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Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 246
(PDF, 60 MB)
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Beck

allen Tugenden nachzufolgen, wegen dess Namens. Im 95. Jahr
ihres Alters wird sie tödtlich krank, wil nit, dass man das
hochwürdigste h. Sacrament zum Beth trage, sondern stehet
allein auff, legt ihre Klosterkutten an, gehet auss der Kammer
in Saal zum Altar, empfahet das h. Sacrament knyend auff
bioser Erden, halb todt, sagt G-ott dank, gehet wider in ihr
Beth, und entschlafft im Herrn, ist vom Päpstl. Heyl. Urbans
VIII i. J. Christi 1615 in der hl. Zahl eingeschriben
worden." — Dieselbe Legende hat ein portugiesischer Dichter
Ignaz Pizarro de Moraes Sarmento in einem 1841 zu Lissabon
erschienenen Romanyeiro nach dem vom Bischof von Oporto
D. Fernando Correa de Lacerda 1739 verfassten Leben der
hl. Isabella zum Vorwurf einer Romanze benützt, ohne noch
Schillers Ballade zu kennen (Friedr. Heinr. von der Hagen,
neues Jahrbuch f. d. Sprache usw., VII. 1846, S. 422—24).
Die gleiche Erzählung, nur nicht so in extenso und mit dem
Unterschied, dass hier die handelnden Personen, die zwei
Edelknaben als Kammerdiener laufen und der eine derselben
drei nacheinander beginnende hl. Messen mitangehört habe,
bringt nach den Chroniken des hl. Franziskus Alphons
Roderic, tractat de Sac. Miss., bezw. die deutsche Ausgabe •
der j,Uebung der Vollkommenheit und christlichen Tugenden14
von Alphons Rodriguez, S. J., IV. Bd. (zweite Hälfte des
zweiten Buchs), dritte Auflage, Wien, Druck und Verlag der
Mechitaristen-Kongregationsbuchhandlung, 1854, S. 361—363
in der achten Abteilung, 16. Hauptstück unter der Rubrik:
„Beispiele der Andacht bei der hl. Messe." Danach findet
sich die Legende auch in dem bekannten, seinerzeit namentlich
in Oberschwaben weitverbreiteten und oft aufgelegten
Katechismus (Praxis Catechistica) des im Jahre 1592 zu
Weingarten geborenen, 1659 gestorbenen Ochsenhauser
Benediktinermönches und theologischen Schriftstellers P. Placidus
Spieß, wo der Fall als Warnung erzählt wird. Diesem
Spießschen Katechismus hat wol auch „Job. Chf. Wagners
„Alter und neuer Schreibkalender auf d. J. 1(589, Stuttgart,
gedruckt und verlegt bei Joh. Weyrich Rößlins Wwe.", die
in der „Bes. Beilage" des württ. Staatsanzeigers von 1890


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