http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zgb1900/0262
Die Vorlage für »Schillers „(«äug nach dem Eisenhammer"
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Nr. 6/7 vom 24. Juni S. 108-101» als Quelle für Schillers
Ballade in Anspruch genommene Erzählung: „Der bezahlte
Verleumder" entnommen, in welcher die Edelknaben-Kammerdiener
als Lakaien figuriren. — Aber auch sonst, von der
Legende der hl. Elisabeth abgesehen, fehlt es, wie auch aus
den zahlreichen Nachweisen in Goedekes „Grundriß der
Geschichte der deutschen Dichtung usw.", zweite neue Auflage
, V, S. 206—207 zu ersehen, nicht an Vorlagen, selbst
das Böhmerland weist eine solche auf. Nach Svateks
„Kulturgeschichtliche Bilder aus Böhmen" (S. 210) soll eine
romantische, seit Jahrhunderten im Munde des Volks fortlebende
Sage, deren ursprüngliche Wiege die Umgegend von
Schloss Purglitz ist, den Stoff dazu gegeben haben. Danach
wäre der strenge Graf von Savern in der böhmischen Sage
König Wenzel IV., an die Stelle der Gräfin tritt Königin
Johanna (erste Gemahlin Wenzels); der fromme Knecht
Fridolin heißt hier Jan und der Jäger Wok. Als Ziel des
Gangs wird Althütten (Böhmens ältestes Eisenwerk) bezeichnet
. Die kleine Kirche, in welcher der fromme Knecht
bei der Messe gedient, ist die uralte Kapelle zu Stradonec
am Wege von Purglitz nach Althütten.
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