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Knepper

P. Virgilii Bucolica zu tütsch das Hirten unnd buren
werck der V Eglogon publy Virgily Maronis von Mantua1.

Die Einleitung des Übersetzers würdigt zunächst die Motive
seiner Arbeit, unter denen das diktaktisch-pädagogische eine
Hauptrolle spielt. Adelphus hat das Ganze „in drey monaten
getütschet" und zwar hat er — für seine Grundsätze als
Übersetzer ist das bezeichnend — bei seiner „ungleichen und
kleinschetzigen traductio sich geflissen, so vil müglich, das all-
wege ein yeder verß dem latin mit seiner gloß und ußlegung
vergleicht werde und eines dem andern correspondiere in hof-
nung sollichs nit verworfen noch veracht, sonder als ander
tütsche bücher gelesen, in gutem uffgenommen unnd verstanden
werde. So diß beschicht, ouch andere seine bücher mit h^herm
fleiß und ernstlicher ußlegung tranferieren"2.

Die Übersetzung selbst liest sich oft, als wenn der Autor
ein gewisses Metrum hätte hineinlegen wollen; freilich gilt
das nur von einigen wenigen Stellen, im übrigen haben wir
schlichte, einfache Prosa3, die jedoch der reimlustige Elsässer
durchsetzt hat mit einigen Verslein, z. B. stehen solche am
Anfange jeder neuen Ekloge als kurze Deutung des jedesmal

1 Ohne Druckort und Jahr. — Die Inhaltsangabe des „Hirtenbuchs"
ist begleitet von Randglossen, die Widmungen an seine Gönner (namentlich
in Mainz, Koblenz und Trier) enthalten. — Das Ganze ist mit nicht
unkünstlerischen Holzschnitten ausgestattet (Modernisirung hier wie im
Texte selbstverständlich) und hat 30 Blätter in 4°.

2 Ob er das Versprechen gehalten hat, ist mehr als zweifelhaft.

3 Als Probe mag der Anfang hergesetzt werden:

Tityre, tu patulae recubans sub tegmine fagi
Silvestrem tenui musam meditaris avena,
Nos patriae fines et dulcia linquimus arva,
Nos patriam fugimus, tu, Tityre, lentus in umbra
Formosam resonare doces Amaryllida Silvas.

Die Uebersetzung lautet:

Titire, du ligend under dem gedeck des offnen buchboums,
Diechtest ein mild gcsang uff dem dünnen halmen,
Wir verlassen die orter des Vaterlandes und die süsen Felder,
Wir fliehen das vatter land, du Tityre treeg am schatten
Lernest die weit erschallen die wolgestalten Amarillida.


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