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Neuauflage von Kriegers Topogr. Wörterbuch des Großh. Baden 147
Schlechtbach, Schleemühle und Schlehwald werden mit Recht
zum Schlehdorn gestellt; aber Schlechtnau (Siechtloub 14.)
will sich darein nicht fügen. Es gehört zu sieht im ursprünglichen
Sinn von „eben": an der schlechten Au. Die
Formen mit loub sind Dissimilationen: Schlechtnouw
> Schlechtloub.
Schjiefebühl enthält im 1. Teil schliefig = lehmig, rutschig.
Schmiehbach und Schmiech (Schmiehen <( Smiehah) gehört
trotz Buck zu der Wasserente smiehe; der Name kommt
öfter vor, weil eben auch der Vogel häufig ist. Wenn
Buck sagt, die so genannten Bäche seien alle klein, ja
warum sollen wieder gerade kleine Bäche vordeutsche
Namen bekommen und behalten haben?
Schmieheim liegt am Schmiehbach und hat ganz natürlich
davon seinen Namen.
Schollbrunn: Schalbrunnen 14. zu schal trübe, ebenso
Schöllenbach: Schelenbach 14.
Schrahöfe: Schragenhof 15. wie ein Schrägen mit schrägen
Hölzern gebaut?
Schrayen zu der Schreien <^ schrege Abschrägung, Schräghang
oder Einzäunung mit schräg befestigten Pfählen.
Schriesheim: Scrizzesheim 8. „zu einem PN." Sollte der
Scrizzo nicht ein umgestellter Scirzo sein zum Stamm skir
bei Fm2 I, 1308 (vgl. Kirse und Kriese)?
Schromühle <( Schrotmüle, wo Getreide geschrotet wird.
Schüpf: Sciffa 807, zu schiffen übersetzen, also Ache mit der
Überfahrt. Warum soll ein solches Bächlein gerade wieder
vordeutsch sein? Ihr Zwilling Umpfen — sollte der nicht
schon vor dem 16. sich beurkundet finden?
Schutter: Schuttera 11. zu Schotter = Steingeröll von Schutt
und schütten. Davon alle mit Schutter zusammengesetzten
ON.
Schwaben (Halbinsel am Rhein): Swabouva 11. Wegen des
ständigen grundlosen Fehlens einer Beugungsendung wäre
man versucht an den swep, „Schweb" zu denken, wie man
heute noch das Mittelwasser in See und Fluss am Bodensee
nennt; also Au, die bis an den Schweb reicht. Freilich
fehlt auch bei andern offenbar mit Schwabe gebildeten
ON. die Endung häufig.
Sch wackenreute: Schwaigkrüti 15. = Gereute an der Schweige.
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