Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
23.1907
Seite: 165
(PDF, 70 MB)
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Die Dreisam

165

Die kleineren unteren Seitenbäche der Dreisam will ich
nur kurz nennen. Der Hölderlebach kommt aus dem
Borertal vom Schauinsland herunter, bespült die Mauern
des 1221 gegründeten Zisterzienser-Frauenklosters Günterstal
. Er hieß ursprünglich im Oberlauf Borerbach, im Unterlauf
wahrscheinlich Haslach32. Seinen jetzigen Namen erhielt
er von der nassen Talbreite „Hölderle", die er zwischen
Schlierberg (Lorettoberg) und Bromberg durchlaufen muss,
ehe er sich westwärts und der Dreisam zuwendet. Auch
ein Hölderlebrunnen befand sich dort. Auf der rechten Talseite
kommt der Silberbach herab, der nach dem „Silbertobel
", einem westlichen Seitentälchen des Brombergs, genannt
ist. Der alte Silberbach war nur ein Zulauf des alten Maienbachs
, der aber zugunsten des ersteren seinen Namen ablegen
musste33. Aus dem Hexental, südlich von Freiburg, das den
wundervoll geformten und herrliche Aussicht bietenden Schönberg
— einen Juraberg, den ein Ringwall krönt und der
uralte Stätten des Rebbaus bietet — vom Hauptgebirge
trennt, kommt der Reichenbach hervor. Seinen Ursprung
hat er nahe beim Kloster Sölden, einer ehedem zum mächtigen
St. Peter gehörenden Propstei, Er zieht vorbei an der
Burg Au, die vielleicht Hartmanns von Aue Heimat war34;
beim Austritt aus dem Gebirg heißt er Holzgraben und
Mühlbach, schlängelt sich durch Mooswald und Talmatten am
Tuniberg entlang bis zum Kaiserstuhl und zur Dreisam.

Das Dreisamtal von Freiburg aufwärts, unmittelbar oberhalb
nur etwa 1 km, bei Kirchzarten aber r. 3 km breit,
und von Freiburg bis Himmelreich r. 10 km lang, ist völlig
ausgefüllt mit dem Gerölle, das die Dreisani mit ihren verschiedenen
Quellbächen von den steilen Uferhöhen der Mulde
und aus ihren eignen Laufgebieten heruntergespült hat. Es
-ziehen sich mehrere Stromwälle durch das Tal, die als Hoch-

32 J. Bader, Freiburger Diözesanarchiv V, 1870, 124.

83 In den Namen dieser kleinen Bäche herrscht Verwirrung, wie wir
bei Poinsignon, Geschieht!. Ortsbeschr. der St. Freiburg 38, 114 und
Bader a. a. 0. 124 sehn.

34 E. Martin, Alemannia N. F. III, 1903, 35—43.


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