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Pfaff
Die neueren Keltisten Alfred Holder — in seinem
„Altceltischen Sprachschatz" — und Rudolf Thurneysen
— nach persönlicher Mitteilung — schließen sich dieser Auffassung
an; doch scheint Holder noch zu zweifeln, da er unter
*samo-, ir. sdm, sdme — Ruhe, zu häma = gleich, noch mit
Fragezeichen aufführtSegi-samus, Trigisamum,*Tragisamus; d.h.
also, er ist nicht völlig davon überzeugt, dass eine Superlativbildung
vorliegt, sondern hält Zusammensetzung für möglich.
Nehmen wir zunächst an — wovon noch zu reden sein
wird — dass der Name Dreisam deutsch nicht zu erklären
sei, so müssen wir zunächst der keltischen Deutung einige
Wahrscheinlichkeit zugestehen. Nicht nur dass eine Reihe
von benachbarten Flussnamen wie Brigach und Breg, Kander,
Neumagen, Oos, Murg und auch Ortsnamen wie Breisach und
Zarten keltisch sind, die Dreisam bespült ja die Wälle der
— nach den Ausgrabungen zu urteilen — keltischen Fliehburg
Zarten — Tarodunon. Aber die Namensform könnte
Bedenken erregen, denn sie muss als Superlativ angesehen
werden, und Ortsnamen dergleichen sind immerhin selten.
Es kann auf das Höchst bei Neustadt im Schwarzwald und
die verschiednen andern Höchst verwiesen werden. Auch
haben wir die alte Superlativbildung im Personennamen Hengist59
, vielleicht auch im Namen Emst. Im Namen Breisam
muss jedoch das alte Superlativsuffix stecken, das im gr.
hebdomo-, lat. infimo-, minimo-, qptimo-, primo-, decimo-, plurimo-
und auch in summo- aus *sup-mo- sich findet, ebenso wie im
got. hleiduma, aftuma, iftuma, Mnduma, fruma und in dem
Hauptwort miduma = Mitte zu midjis — mitten. Auch der
oberste der Namenforscher, Ernst Förstemann, hat kein
Bedenken gegen die Superlativform und erinnert an den Ortsnamen
Metama (Metten zwischen Straubing und Passau) und
den Flussnamen Metama*0. Gerade dieses Flüsschen Mettma
geht uns näher an, denn es durchfließt das Gebiet zwischen
der Schlücht und Schwarza bei Rothaus im südöstlichen
Worauf mich F. Kluge aufmerksam macht.
Die deutschen Ortsnamen. Nordhausen 1863, S. 231.
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