Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
23.1907
Seite: 288
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Mayer

ist von allen den vielen, die im Verlauf der Jahrhunderte in
das Matrikelbuch unserer altehrwürdigen Alberto-Ludoviciana
eingetragen wurden, Desiderius Erasmus von Rotterdam.

Im benachbarten Basel, wo Erasmus seit 1521 weilte,
kam gegen Ende der zwanziger Jahre der Protestantismus
immer mehr zur Herrschaft; einer nach dem andern von denen,
•die dem Gelehrten nahe standen, riss sich von ihm los, nur
wenige blieben ihm treu. 1527 starb dann auch noch der
ihm allezeit ergebene Johann Froben, „der Fürst der Buchhändler
", und zwei Jahre später hatte die neue Lehre in der
Stadt endgültig gesiegt. Jetzt fühlte er sich vollends nicht
mehr sicher, und wie schwer es dem zweiundsechzigjährigen
und kränkelnden Mann auch fiel, nochmals den Wanderstab
zu ergreifen, so entschloss er sich doch, einen andern Aufenthaltsort
zu suchen, und entschied sich für Freiburg, das
sich schon seiner Nähe wegen empfahl, da er seinen schwächlichen
Körper einer längeren, angestrengten Reise nicht unterziehen
zu dürfen glaubte2.

Erasmus verließ Basel im April 1529, um dieselbe Zeit,
in der aus denselben Gründen wie er auch das Baseler Domkapitel
aus der Stadt wich, um ebenfalls in Freiburg eine
Zuflucht zu suchen und zu finden (worüber das Senatsprotokoll
vom 24. Mai d. J. näheres berichtet), wie denn überhaupt in
dieser Zeit vielfach Freiburg von solchen aufgesucht wurde,
die im protestantisch gewordenen Basel sich nicht mehr wol
und sicher fühlten3. Die Reise, die einen Tag beanspruchte,
erfolgte nach seiner eigenen Aussage in einem Brief an Willibald
Pirkheimer zunächst bis nach Neuenburg den Rhein herab

2 . . . commigravirnus Friburgum, id est Brisgoiae oppidum, diti-
onis Ferdinandeae, distans Basilea iter diei. huc praeter alias causas
invitavit vicinia, quo anxie metuebam, ne corpusculum hoclongius
iter facere non posset. Brief an Andreas Critius, Bischof von Plozk,
vom 23. Juli 1529.

3 Erasmus selbst sagt darüber in einem Brief an den Senat von
Besancon vom 26. Juli 1531: Huc enim se contulerunt et hodie conferunt,
qui Basileam odio sectarum ecliquerint, a qu bus illi suspicantur
instigari monarchas, ut rem eclesiasticam armis vindicent.


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