Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
23.1907
Seite: 318
(PDF, 70 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zgb1907/0342
318

Anzeigen und Nachrichten

ring eingeschätzt wird. Im Jahrhundertdurchschnitt kamen auf
die Familie 4,89 Kinder (S. 116); eine genaue Feststellung der
ehelichen Fruchtbarkeit hat der Verfasser leider nicht gegeben,
obwol diese wichtige Frage gerade mit Hilfe der genealogischen
Methode am sichersten zu beantworten gewesen wäre. Nicht
zustimmen möchte ich dem S. 79 ff. gemachten Versuch, einen
Zusammenhang zwischen der Muskelarbeit der Väter und dem
Geschlecht der Kinder nachzuweisen. Fraglich scheint mir
schon, ob die Einteilung der Berufe in 1) Landwirtschaft,
2) Handwerker, 3) Kaufleute, Beamte, Bediente, 4) Militär,
5) übrige Berufe (Fabrikarbeiter, Polizei, Postkutscher usw.)
das verschiedene Maß der körperlichen Arbeit annähernd genau
zum Ausdruck bringt; aber auch die Zahlen scheinen nicht für
jenen Zusammenhang zu sprechen. Der Ruhezeit der Landwirte
und Handwerker (S. 85 ff.) in den Monaten Januar bis März
entspricht allerdings trotz sonstigen Knabenüberschusses ein
hoher Prozentsatz von Mädchengeburten vom Oktober bis Dezember
; aber wenn an dieser Erscheinung der winterliche Müßiggang
schuld sein soll, wie erklärt sich dann der starke Prozentsatz
der Mädchengeburten in den Monaten April bis Juni,
deren Zeugung in die arbeitsreichen Monate Juli bis September
des Vorjahrs fallen muss? Auch die Verteilung der Geburtenhäufigkeit
auf die verschiedenen Jahreszeiten (S. 81 f.) dürfte
nicht sowol mit der größeren oder geringeren körperlichen Arbeitsleistung
als solcher, sondern mit der zeitlich allerdings damit
zusammenfallenden Verteilung der Eheschließungen über die
Jahreszeiten zusammenhängen. In den niedrigen Geburtsziffern
des zweiten Vierteljahrs zeigen sich die Folgen der geringen
Zahl von Heiraten im dritten (Sommer-) Quartal des Vorjahrs.

Auf den zweiten Teil des Buchs, der nacheinander Landwirtschaft
, Handwerkerschaft, Fabriken und Fabrikarbeiter, Kaufleute
, dienende Berufe, Post, Ärzte und Militär behandelt, kann
hier leider ebenfalls nur ganz kurz eingegangen werden. Die
Landwirtschaft zeigt die bekannten Folgen des Übergangs vom
Dreifelderbau zu intensiverer Bodenbebauung, die zum Rückgang
der Weidewirtschaft und Vordringen der Stallfütterung in
Verbindung mit Klee- und Haferbau führt. Der Weinbau geht
stark zurück. Die Lage der Handwerker ist schon erwähnt.
Die Fabrikindustrie hatte so wenig Einfluss, dass sie die Agrari-
sierung des Städtchens nicht aufzuhalten vermochte, ja gegeü


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zgb1907/0342