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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1968/0036
Biemer

dem ptolemäischen und tychonischen1W als wahrscheinlicher vorgezogen, weil es alle
astronomischen Phänomene genau erklärt." 140 In der Anmerkung weisen die Autoren
darauf hin, daß das kopernikanische Weltbild schon von dem Pythagoräer
Philolaos in Italien, dem Griechen Aristarch von Samos und später von Nikolaus
von Kues in Deutschland für richtig gehalten worden war, daß es aber erst von
Kopernikus in seiner Vollkommenheit dargelegt wurde. Neuerdings seien der
Jesuitenpater Roger J. Boschovichius und seine Anhänger Vertreter dieses Weltbildes
. Bei dem Versuch, die kopernikanische Ansicht mit den Berichten der Bibel
in Einklang zu bringen, zeigen die Verfasser nach Zitaten ihres Ordenstheologen
Korbinian Luydl (1718-1778) ul, daß die Offenbarung Gottes in seinem Wort zum
Glauben, Hoffen und Lieben gegeben sei und daß man dagegen nicht die scientia
naturalis ausspielen könne.142

Auch wenn Bambach in Menne und Schnitzel keine für Philosophie sonderlich
begabten Schüler gehabt haben sollte, so spürt man doch - zumindest aus der Themenstellung
, die er wenigstens veranlaßt haben dürfte "* -, daß er noch am Anfang
seiner Lektorentätigkeit war, bzw. daß man dem Studium der Philosophie keinen
großen Wert beilegte. In dieser Annahme bestätigt uns T. Kogler: „Die ganze Philosophie
war als eine Vorschule für die Theologie gedacht und dementsprechend
behandelt144." Und Bernardin Lins schreibt dazu: „Sie wurde jederzeit nur von
Anfängern im Lektorat gelehrt. Es kam häufiger vor, daß ein Lektor der Philosophie
nach Absolvierung nur eines zweijährigen Kurses zum Lektor der Theologie
befördert wurde, als dass er sechs Jahre im Lehramt der Theologie blieb"*."

Was Menne in diesen Jahren vor Bambachs Katheder lernen konnte, das war
das breitangelegte Feld seiner wissenschaftlichen Interessen: für die Theologie der
Väter, allen voran Augustinus I4°, für apologetische Probleme im konservativen
Sinn 111, für die französische theologische Literatur148 und eventuell für geschichtliche
Zusammenhänge149.

In Mennes retrospektiver Schau laufen die Jahre von Hechingen und Augsburg
ohne besondere Höhepunkte vorüber; „Während des Noviciats und der Studierjahre
behielt Edilbert immer seine angewöhnte stille Lebensart, liebte die Einsamkeit
, lag seinen Studien ob, verrichtete die damals üblichen Arbeiten, und wenn
er eine übrige Zeit fand, machte er sich kurze Auszüge aus den ascetischen Büchern,
die er in seiner Celle fand 15°."

ls8Tycho Brahe, dänisdier Astronom (1546—1601).

140 Positiones S. 13.

141 Zitiert werden von K. Luydl, dem Hoftheologen des Bischofs Leopold Ernst Graf v. Firmian
(s. Anm. 166), die Institutiones Theologiae Moralis christianae et evangelicae, Partes IV, Campi
donae 1771.

14! Positiones S. 13 f.
148 S. Anm. 136.

144 Thomas Kogler, Das philosophisch-theologische Studium der bayrischen Franziskaner, Münster
1925 (Beiheft 10 der Franziskanischen Studien) 20.

145 Bernardin Lins, Das theologisch-philosophische Studium der bayrischen Franziskaner, in: Franziskanische
Studien 13 (1926), 324-336; hier 330.

148 S. Anm. 135, vgl. auch Positiones S. 7, 9, 14, 16.
147 S. Anm. 136.

I48Ruland, in: ADB II (1875) 36.

149 S. Anm. 134.
"»Felder I 471.

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