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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1968/0060
Rehfus

die gleichen wie in der Schule in Wald. Jedes Kind bezahlte wöchentlich 2 kr. Als
Lehrer wurde Hans Jörg Burger neu angestellt; er war verheiratet und übte im
Sommer seinen Beruf als Maurer aus. Als Besoldung erhielt er von der Herrschaft
jährlich 4 Viertel Kernen und 4 Viertel Roggen, von den fünf ihm zugeteilten Orten
5 fl bar. Die Kinder von Ringgenbach, Buffenhofen und Igelswies gingen in das
eine halbe bis dreiviertel Stunden entfernte Menningen in die Schule, und zwar
22 Vier- bis Zwölfjährige von insgesamt 41 Kindern. Dort fand nur im Winter
Schule statt. Schullohn mußte wegen einer Stiftung nicht bezahlt werden. Die Dietershof
er Kinder gingen in die Schule nach Rengetsweiler; von 19 Kindern in genanntem
Alter besuchten 10 den Unterricht, der ebenfalls nur im Winter gehalten
wurde. Der Schullohn betrug pro Kind wöchentlich 2 kr. Von 6 Kindern zu Tauten-
bronn besuchten 4 die Schule in Pfullendorf, die eine halbe Stunde entfernt lag und
nur im Winter gehalten wurde. Sie bezahlten wöchentlich je 2 kr.

An allen Orten wurden die Kinder in den christlichen Glaubensgrundsätzen, in
Lesen und Schreiben, in Wald die Älteren zusätzlich im Rechnen unterrichtet; zum
Lesenlernen wurden ihnen die gedruckten Kinderlehr-Betbüchlein, geschriebene
Briefe und andere Schriften vorgelegt. Die beiden Lehrer waren vor der Anstellung
vom waldischen Oberamt in Lesen, Schreiben, Rechnen und Katechisieren geprüft
worden.

Auf diesen nicht ganz befriedigenden Bericht hin ordnete Stockach an n, 1. daß
Josef Jäger, Lehrer zu Wald, von der Maierschaft 30 fl, Johann Georg Burger, Lehrer
zu Otterswang, 10 fl bar zu bekommen hätten, daneben von den vermögenden
Eltern den Schullohn; 2. daß Schulkinder zwischen 5 und 6 Jahren im Winter von
der Schule dispensiert seien; 3. daß bei Strafe alle Kinder im Sommer mindestens
ein- bis zweimal wöchentlich zur Schule gehen müßten; 4. daß Knaben und Mädchen
getrennt zu unterrichten seien.

Dieser ermutigende Anfang geriet bald wieder ins Stocken: Schon kurze Zeit nach
ihrer Anstellung gaben die Lehrer von Otterswang und Dietershofen ihre Ämter
wegen ungenügender Besoldung wieder auf, da sie sich von der Entlohnung nicht
einmal ernähren konnten. Die Kinder, die der Schule Otterswang zugeteilt waren,
gingen wie auch die von Gaisweiler und Tautenbronn wieder nach Pfullendorf, die
von Dietershofen und Buffenhofen seit etlichen Jahren wieder nach Rengetsweiler.
Der Rückgang des Aufbaues eines geordneten Schulwesens ist ganz offensichtlich,
und die Herrschaft Wald tat nichts, um ihn aufzuhalten. Im Winter 1776/77 bestand
nur noch in Wald selbst eine Schule, die in einer Stube im zweiten Stock eines
zwar alten, aber den Ansprüchen genügenden Gebäudes innerhalb der Klostermauern
abgehalten wurde *°. Welche Orte dieser Schule zugewiesen waren, ist nicht
bekannt; wahrscheinlich waren es dieselben wie 1770. Laut der Schultabelle M war
die Schule folgendermaßen organisiert: Die Kurse sind in eine Sommerschule, die
von den Sechs- bis Achtjährigen besucht wird, und in eine Winterschule, der die
Acht- bis Zwölfjährigen angehören, eingeteilt. Der Oberamtmann des Klosters ist
Schulaufseher ", geistlicher Lehrer ist der Beichtvater des Klosters. Dieser unterrich-

" 29. 1. 1771 (STAS, NVZ II 2127); 9. 3. 1771 (a. a. O., II 3997), 4. 8. 1772 (a. a. O.).
50 Attest des Lehrers Josef Jäger vom 24. 4. 1782 (a. a. O.).
« a. a. O.

ss Schon 1774 und 1775 stellte der Oberamtmann des Klosters Listen der in die Schule Wald gehörenden
Kinder auf, ließ sie den Untertanen bekanntmachen und befahl den Eltern bei herr-

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