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Schulz
werden, da die ölausbeute zu gering war und die Schiefer bei Verwendung als
Brennstoff einen zu hohen Aschengehalt hatten.
Größeren Nutzen haben die während des letzten Jahrzehnts in Oberschwaben
niedergebrachten Tiefbohrungen auf Erdöl und Erdgas erbracht. Nachdem die ersten
Versuche beiderseits der Donau nur geringe öl- und Gasspuren brachten, sind
neuerdings im südlichen Zipfel Hohenzollerns zwischen Pfullendorf und Saulgau
eine Reihe von zum Teil über 2000 m tiefen Bohrungen fündig geworden, deren
produktive Horizonte in der tertiären Unteren Süßwassermolasse, im Dogger, Lias,
Rhät, vor allem aber im Stubensandstein (Mittlerer Keuper) liegen. Neben dem
wirtschaftlichen Ertrag brachten diese Tiefbohrungen und die vorher für die Geophysik
angesetzten Flachbohrungen auch für die geologische Wissenschaft bedeutende
Erkenntnisse, vor allem deshalb, weil man nunmehr über den tieferen Untergrund
des dortigen Gebiets etwas genauere Vorstellungen als bisher erhalten hat.
Nachhaltigen Erfolg zeitigten auch im nördlichen Landesteil die Versuche, das
im Mittleren Muschelkalk in reicher Menge vorhandene Steinsalz zu erschließen. Die
bereits Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgenommenen Untersuchungen führten
sehr bald zur Anlage eines Bergwerks mit angeschlossener Saline nahe Stetten bei
Haigerloch, die seinerzeit bald ganz Hohenzollern mit dem begehrten Speisesalz
versorgen konnte. Dieses als Tiefbauschacht betriebene und älteste Salzbergwerk der
Bundesrepublik fördert noch heute Steinsalz in großer Menge, vor allem für die
chemische Industrie *.
In diesem Zusammenhang seien auch die Gipsvorkommen genannt, deren Abbau
früher für die Düngemittel-Herstellung (Hallerde = gesalzener Tongips), heute
jedoch nur noch für die Baustoffgewinnung betrieben wird. Der Gips kommt entweder
im Mittleren Muschelkalk (Dettingen, Glatt, Bad Imnau) oder in der unteren
Region des Gipskeupers (Empfingen, Gruol, Stetten, Rangendingen und an anderen
Orten) vor.
Die im Tertiär entstandenen Eisenerze wurden vor allem bis Ende des vorigen
Jahrhunderts in der Nähe des Fürstlich Hohenzollernschen Hüttenwerks Laucher-
thal aus den Verwitterungslehmen des Weißen Jura gewonnen. Der auf sie umgehende
Bergbau hatte damals für viele Orte eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung,
ebenso der auf die anderen, ebenfalls in Form von sogenannten Bohnerzen vorkommenden
Eisenerz-Lagerstätten am Fuße der südöstlichen Alb 2.
Bau- und Werksteine wurden allerdings nur in geringem Maße im Norden
Hohenzollerns früher aus der Region des Buntsandsteins gewonnen. Größere Brüche
gab es bis in die letzte Zeit im Verbreitungsgebiet des Lettenkeupers bei Höfendorf
, Stetten und Bittelbronn. Vor allem aber wurden die im mittleren Keuper zum
Teil ausgezeichneten Schilf sandsteine u. a. bei Owingen und Weildorf in großen Brüchen
abgebaut, da sie für feinere Steinmetzarbeiten gut geeignet waren (Burg
Hohenzollern). Weiterhin sind zu nennen die grobkörnigen Sandsteine des Stubensandsteins
, die Kalksteine des Lias, die ebenfalls viel für den Wiederaufbau der Zol-
lernburg Verwendung fanden, und die quartären Süßwasserkalke (Tuffsteine) im
Dießener und im Bäratal.
1 Vgl. Günter Schulz, Die Geschichte des Salzwerks Stetten bei Haigerloch, Arbeiten zur Landeskunde
Hohenzollerns, Heft 7, Sigmaringen 1967.
ä Vgl. Adolf Achenbach, Ober die Bohnerze auf dem südwestlichen Plateau der Alb, Jahreshefte des
Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, 15. Jg., Stuttgart 1859, S. 103—125.
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