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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1978/0151
Walbertsweiler Pfarrbücher

Über den Christuskopf in gotischem Mauerwerk41, der sich 1978 noch in der
Außenwand des Pfarrhauses befand, enthalten die Pfarrbücher verschiedene Deutungen
: Pfarrer Hahn trug ein: Beim Abbruch des Chores [1802] hat man einen
St. Salvatorkopf in Stein gehauen gefunden, welches der Tabernakel gewesen
seyn mußte, den sie vor Alters auf der Seite hatten und den ich von außen hinter
dem Hochaltar wieder einmauren ließ. (I, 36.) Von anderer Hand steht 1870, also
nach Abbruch der 1803 eingeweihten Kirche, am Rand: und der noch da ist. -
Pfarrer Stauß (1836-44) trug ein (II, XVII): In der Kirche zu Waldbertsweiler
in der Mauer am Chor auswärts ist ein Stein eingemauert mit einem seltsamen
Kopf. Im Archiv für die Pastoralkonferenzen Konstanz 1807, H 4, S. 275 heißt
es: In der Gegend von Mößkirch fand man einen Stein dem Apollo Cranaus
geweiht. [Von anderer Handschrift: Was ist das für ein Apollo?']. Vermuthlich
ist dieser Stein unserer Kirche der gemeinte; allein derselbe ist gotischen Stils. -
Dazu von anderer Hand geschrieben: O merum! [O Wunder!] Dieser Stein mit
dem unbekannten Kopfe ist ein gut christlicher mit einem schönen Christuskopf
(darum gotisch) siehe Pfarrbuch I über den Kirchenbau vom seligen Pfarrer Hahn.
- Darunter setzte Pfarrer Marx [1871-1907]: „Diesen Stein, ein Steinrelief,
Christuskopf in gotischem Maßwerk (Zingeler und Laur, Die Bau- und Kunstdenkmäler
in den Hohenzollerschen Landen 1896 S. 293) fand ich bei meinem
Hierherkommen im Januar 1871 in dem Gäßchen zwischen Pfarrhaus und
Scheuer am südlichen Gibel derselben lehnen. Ich wollte den Stein in die Mauer
der neuen Kirche einfügen lassen, brachte aber diesen Gedanken nie zur Ausführung
. Endlich, als im Juni 1896 das Pfarrhaus einen neuen Überwurf bekam, ließ
ich das Steinrelief unter das Fenster des untern Zimmers rechts vom Eingang
setzen. Marx. (II, XVII.)

Die Beschaffung von Paramenten, kirchlichen Geräten und gar einer Orgel
scheint der armen Fabrik (Heiligenpflege) meist sehr schwer gefallen zu sein.
Darüber wird u.a. berichtet: Diesen Frühling [1796] machte ich den Tabernakel
in die Pfarrkirche. An Corporis Christi wurde er erstmals aufgestellt; darauf ließ
ich ihn fassen, die Fassung betrug 33 fl, kostete aber die Fabrik nichts, sondern war
meistens von Gutthätern gestiftet. (1,13.) - Schon 1795 wurde der Traghimmel
auf Kosten der Fabrik gemacht von rotem und weißgeblümten Wolldamast. Auch
vorher schon der rote Fahnen aus Kappel, wozu jemand 6 fl stiftete. (1,13.) 1810
den 22 ten Julius setzte ich neben den Mutter Gottes Altar hin ein gekleidetes
Marienbild zur Verehrung aus, weil deren zwey in der Sakristey abbewahrt
waren. Dies that ich auf Ansuchen mehrerer meiner Pfarrkinder, meldete ihnen
aber öffentlich, daß ich dieses Bild so lange werde da stehen lassen, bis Mißbräuche
oder eine Verordnung mich nöthigen werden, dasselbige wieder hinweg
zu nehmen. Späterer Eintrag: Anno 1838 wurde dies Bild mit einem ganz geschnitzten
vertauscht nach einer erzbischöflichen Verordnung. (I, 69.)

Nach einem Besuch am 8.11. 1819 beim kranken pensionierten Reichsprälaten
Caspar in Kirchberg erhielt Pfarrer Ebe ein neues Meßgewand von diesem geschenkt
mit einem Brief: Hochwürdigster Herr Pfarrer! Das Meßgewand ist fertig

41 Plastik, Maßwerkstein, im Pfarrhaus eingemauert, h 0,70 m, br 0,58 m. Relief 0,0e m.
Grauer Sandstein. Um 1500. Rundbogen mit zwei Fischblasen darüber. Im Bogenfeld
rohbearbeiteter Christuskopf. (Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns, Band 2: Kreis Sigmaringen
, 1948, S. 409.)

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