http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1978/0163
Walbertsweiler Pfarrbücher
9. SCHULE, LEHRER UND MESNER IN WALBERTSWEILER49
Dahier war einst ein Bauer Meßmer mit Namen Sebastian Stocker, der auch
das Meßnergut als Lohn benützte, wie dies aus den Akten, die im Kapitel-Archiv
daliegen, zu ersehen ist. Damals mag das wirkliche Meßmerhaus noch nicht gebauet
geworden, der Bauer und Meßmer hatte das jetzt sogenannte Baptisten
Bauergut in Belehnung. Lehrer und ein ordentliches Schulhaus waren da noch
nicht dahier. (11,32.) - Vor und zu der Zeit des Pfarrers Menzinger hier [1766
bis 1773] hatte man zu Waldbertsweiler weder einen eigenen Lehrer noch ein
Schulhaus, es war gewöhnlich ein Lehrer auf den Winter gedungen, dem man von
Haus zu Haus die Kost reichte, er hielte in des Meßmers Stuben Schule, der Lohn
bestand darin, daß ihm jedes Schulerkind am Samstage der Woche 3 kr und ein
Scheit Holz abzugeben hatte. (II, 64.)
Vor dem Erbauen des hiesigen Schulhauses 1783, das bereits ganz in dem
Pfarrgarten stehet, und wegen dessen dem Pfarrer in den 1780 er und 90 er Jahren
, wie die Fabrikrechnungen ausweisen, jährlich ein Gulden bezahlt worden, so
aber jetzt seit dem ich [Ebe] hier bin, aufgehört hat, und zu welchem auch die
Heiligen-Fabrik durchaus nichts mehr zu zahlen schuldig ist. Vor dieses auf gebauet
war, befand sich hier auch keine eigene Schule, die jetzt dem Pfarrer so viele
Mühe machet; die Kinder der hiesigen Gemeinde hatten die Schule zu Klosterwald
zu besuchen, so auch die einzige im Walderamte war, wenn nicht hie und
da, so wie es auch hier einmal gefunden wird, ein Privat-Schulmeister auf
Gemeindekösten gehalten wurde, der sodann per turnum die Kost bezog. Die
Schulkinder, so nach Wald gingen, erhielten über Mittag gratis eine Suppe, wie
auch viele lebende Einwohner davon theilgenommen zu haben wohl wissen. Um
diese Last nicht mehr zu haben und aus andern Ursachen soll eine Schule nach
Hippetsweiler, nicht aber nach Wald verlegt worden sein. (II, 32.) Auf der vom
gleichen Chronisten Ebe 1808 gezeichneten Tafel40a ist unter den 41 mit den Besitzernamen
aufgeführten Häusern als Nummer 33 Schulhaus genannt.
Der erste Schullehrer und zugleich Meßmer, in dem Galli Haus wohnhaft und
Meßmergut-Besitzer, war Joseph Schweikart; er lernte nach Kaiserlich Königlich
östereichigen Verordnungen die dahier als einem Kaiserlich Königlichem Orte
einzuführende Normal-Schullehre in Stockach und wurde in Freyburg im Breisgau
examiniert und als fähig adprobiert hier angestellt. Der zweite Lehrer nach
ihm und zugleich Meßmer ist der jetzt lebende Johann Baptist Schweikart, geboren
9 ten Juni 1776, ein ehelicher und redlicher Sohn des ersteren, er lernte die
vorgeschriebene Normal-Methode bey dem examinierten Lehrer zu Kappel,
Isidor Gnädig - der auch dasselbst der erste Lehrer war - und wurde zu Rottenburg
am Nekar vom damals Kaiserlich Königlichen österreichischen Commißaire
Libermann examiniert und zu einem Schullehrer für fähig erkläret, welcher sodann
nach dem Tode seines Vaters dahier von der Hochwürdigen Frau Äbtissin von
Kolb, zu Wald regierend, als solcher für die hiesige Schule angestellt wurde.
(11,33.)
49 Siehe auch Maren Rehfus: Das Schulwesen in der Herrschaft Wald. In: Zeitschrift für
Hohenzollerische Geschichte 4. 1968, S. 53-68.
4»a S. Seite 136 Anm. 39a.
153
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1978/0163