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Gerd Friedrich Nüske
qu'un rölepassif dans la bataille finale. Mapolitique nepouvantpas souscrire d cette Strategie,
mes resolutions etaientprises. Ilfallait que nos troupespassent, elles aussi, le Rhin. Elles leferaient
dans le cadre interalliee si cela etait possible. Si cela ne l etait pas, elles le feraient pour notre
compte. De tonte maniere, elles devraient saisir, sur la rive droite, une zone frangaise
d'occupationu.
Allein die von Frankreich in Südwestdeutschland eroberten Gebiete boten de Gaulle also die
Handhabe zu Mitsprache im Konzert der Sieger sowohl bei der Ausübung der Besatzungsrechte
als auch bezüglich der Gestaltung Deutschlands und damit Europas. Zunächst mußten deshalb
französische Verbände linksrheinisch so plaziert werden, daß ihnen die Teilnahme am Angriff
auf Südwestdeutschland überhaupt erst möglich wurde und dann durch die Amerikaner nicht
mehr verweigert werden konnte. In der Tat hatte es General de Lattre de Tassigny geschickt
verstanden, die Berücksichtigung französischer Truppen im Operationsplan der 6. (Amerikanischen
) Armeegruppe unvermeidlich erscheinen zu lassen. Deshalb wurde schließlich ausdrücklich
vorgesehen, daß die Erste Französische Armee, die der 6. (Amerikanischen) Armeegruppe
unterstand, Karlsruhe, Pforzheim und Stuttart einnehmen sollte. Nicht vorgesehen war
freilich, daß die Franzosen in Stuttgart blieben, denn dieses wurde von den Amerikanern
beansprucht12.
Schon am 22.1Tb. März hatten die Amerikaner den Rhein bei Oppenheim überquert und
einen Brückenkopf bei Darmstadt gebildet, der rasch in Richtung Frankfurt und Heidelberg
und nach Osten ausgeweitet wurde. Aus diesem Brückenkopf heraus drängten die Amerikaner
heftig nach Süden auf die deutschen Truppen am Oberrhein. Jetzt wurde es hohe Zeit für de
Gaulle. Für ihn galt es, sich den Amerikanern bei ihrem Vordringen nach Süddeutschland
anzuschließen oder diesen gar zuvorzukommen. Er notiert: // ne restait a faire, en somme, que
l'essentiel, c'est-ä-dire ä passer le Rhin. J'etais impatient que ce fut accompli. Car Anglais et
Americains s'elangaient dejä sur la rive droite. ..J'avais häte que les notres fussent, eux aussi, de
l'autre cote, non seulement par esprit d'emuation nationale, mais aussi parce que je tenais, pour
des raisons superieures, ä ce de Lattre eut le temps depousser jusqu'ä Stuttgart, avant que Patch,
son voisin, y fut lui-meme parvenu.
Deshalb drängte er de Lattre telegrafisch zur Eile: Mon eher General... il faut que vous
passiez le Rhin, meme si les Americains ne s'ypretentpas et dussiez-vous le passer sur des barques.
Ily a la une question du plus haut interet national. Karlsruhe et Stuttgart vous attendent, si meme
ils ne vous desirent pas13.
Tatsächlich begann de Lattre am Abend des 30. März mit der Rheinüberquerung. Am
2. April nahm er Bruchsal, am 4. April Karlsruhe ein. Am 16. April überschritten französische
Truppen auch bei Kehl den Rhein, am 18. April wurde Freudenstadt das Opfer einer sinnlosen
Beschießung.
Für die Franzosen glich die militärische Besetzung Südwestdeutschlands einem Wettrennen
gegen die Amerikaner. Beider Zielpunkt war dabei - ungeachtet aller Vereinbarungen -
Stuttgart. In Nordwürttemberg wurden die Amerikaner durch vereinzelten, aber unerwartet
hartnäckigen Widerstand länger als erwartet aufgehalten. Währenddessen rückten die Franzosen
vergleichsweise rasch gegen Stuttgart vor. Am 21./22. April hatten französische Truppen
Stuttgart besetzt, ohne noch auf nennenswerten deutschen Widerstand gestoßen zu sein.
11 De Gaulle (wie Anm. 8) S. 152-153.
12 Zur militärischen Strategie vgl. vor allem Forest C. Pogue, The Supreme Command. U.S.G.P.O.
Washington D.C. 1960. De Gaulle (wie Anm. 8) S. 154 schrieb zum Aufmarsch der Franzosen: Bien que
la F* Armee frangaise n'yfütpas invitee, puisque l'affaire se deroulerait en dehors de sa zone normale, eile
trouverait moyen de s'en meler tout de meme et d'agir, le long du Rhin, a la droite des Americains. Par la
meme, eile allait conquerir sur la rive palatin du fleuve la base de depart voulue pour envahir Bade et
Wurtemberg.
13 De Gaulle (wie Anm. 8) S. 155.
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