Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1985/0077
Die Juden in Hechingen als religiöse Gemeinde

seinem Dienstvertrage als auf Grund irgendwelcher nachträglicher Zustimmung, die ihm
niemals ausdrücklich ertheilt worden, zur Uebernahme weiterer Aemter berechtigt.

Hiernach gestatten wir uns, Euere Excellenz ehrerbietigst zu bitten: Hochgeneigtest in
Verbindung mit des Herrn Justiz-Ministers Excellenz die Doppelstellung des Dr. Mayer
hierselbst als Rabbiner und Rechtsanwalt in der einen oder anderen Weise beseitigen zu wollen.

Eine gleichlautende Eingabe ist unter'm heutigen Tage auch an des Herrn Justiz-Ministers
Excellenz von uns eingereicht worden.
Hechingen, den 18ten März 1873.
Der israelitische Gemeindevorstand

8 Unterschriften

Familienstand und Lebensverhältnisse

Dr. S. Mayer verheiratete sich wohl um 1830 mit der Tochter des Rabbiners von Mühringen,
Sara Jette Adler. Deren Eltern waren Raw568 Gabriel Adler und Chaja Brume, geb. Katzenellenbogen
. Der Ehe entsprangen zwei Kinder (wohl Adolph und Elise). Alledings trennte er
sich wieder von ihr. Sara Jette Adler starb am 16. April 1876 als geschiedene erste Gattin des
Rabbiners Dr. Mayer und wurde auf dem Hechinger Judenfriedhof begraben (Grab Nr. 70)569.

In einem Schreiben vom 9. Mai 1841 an die Fürstliche Regierung5 um Normierung seines
Gehaltes beklagt Mayer sich:... wie unbarmherzig sie [die Judenvorsteher] gegen mich waren,
geht aus der Thatsache hervor, daß sie mich bey meinem häuslichen und FamilienElend in der
größten Noth schmachten ließen, denn es wurden mir seit zwey Jahren, zufolge richterlichen
Spruches, 2fl. 42 kr. für die Alimente meiner von mir getrennten Ehefrau wöchentlich von
meinem Gehalte abgezogen, so daß ich wöchentlich lß. 48 x beziehe, wofür ich mich, meine
zwey Kinder, die täglich größer werden, und eine Dienßmagd, also vier Personen ernähren muß!
Horresco meminiscens!

Zweite Ehefrau des Rabbiners und Rechtsanwalts Mayer war Nanette Mayer. Als ihre
Eltern sind angeführt: Lindmann von Mannheim und verwitwete Bloch, Buchau571. Bei einer
Eingabe um Normirung einer Entschädigung für seine Emolumente an die fürstliche Landesregierung
berichtet Mayer am 10. Juli 1848: Die Gemeinde habe etliche Erleichterungen erhalten,
während ich eine zahlreiche Familie zu ernähren habe, meine Kinder täglich größer werden und
mehr Bedürfniße haben für Realschulgelder, Bücher p., ich mein ganzes Vermögen, das nicht
unbedeutend war, auf die Ausbildung meiner Berufswissenschaften verwandt habe,...m. Im
Jahre 1853 sind in einem Verzeichnis der Heimatberechtigten der israelitischen Gemeinde
Hechingen und Friedrichstraße Rabbiner Dr. Meyer (richtige Lesart: Mayer) (44), dessen
Ehefrau Nannette (43) und dessen Kinder Adolph (15), Elise (14), Sigmund (7) und Tekla (5)
aufgeführt573. Nanette Mayer verstarb am 22.Januar 1865 im sechzigsten Lebensjahr und
wurde ebenfalls auf dem Hechinger Judenfriedhof beigesetzt (Grab Nr. 49)574.

Dritte Ehegattin Mayers war Helene, Tochter des Jakob Lindmann und Hendle in
Mannheim575.

568 Variante von Rabbi.

569 Vgl. GL, Blatt CV.

570 Lagerort: StAS Ho 235 I-X 1230.

571 Vgl. GL, Blatt C.

572 Lagerort: StAS Ho 235 I-X 1230.

573 Vgl. SAH Nr. 91, Registratur Nr. 15, Rubrik: Verfassung pp. der Juden, Nr. 7.

574 Vgl. GL, Blatt C.

575 Vgl. GL, Blatt CV.

73


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1985/0077