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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1990/0113
Zehnte und Hofäcker im Dorf Egesheim

insbesondere beim Einbau der Heizung vor 25 Jahren, auf Spuren der früheren Kirchenbauten
gestoßen ist. Das Patronatsfest wurde an Maria Himmelfahrt (15. August) gefeiert.

Obwohl Egesheim zur oberen Grafschaft Hohenberg gehörte, scheinen die Grafen,
abgesehen von den üblichen landesherrlichen Rechten, keinen nennenswerten Besitz in
Egesheim gehabt zu haben. Am 30. Januar wurde in Egesheim ein feierlicher Jahrtag für Ulrich
von Hohenberg gehalten. Er hatte ein seidenes Meßgewand und eine Gült von 1 Pfund Heller
aus seinen Gütern in Egesheim zur Kirche gestiftet7. Erwähnt wird zum Jahre 1385 eine
Adelheid von Hohenberg, die Meisterin in der Klause zu Egesheim war, sonst aber nirgendwo
mehr genannt wird8.

Die Herren von Werenwag dagegen hatten außer der Kirche und dem Kirchensatz weitere
Besitzungen in Egesheim und in den Nachbarorten. So schenkte Albrecht von Werenwag 1305
des Mühlhausers Hof an die erst einige Jahre zuvor von seinen Verwandten, der Familie von
Michelstein, gegründete dortige Klause9. Der Hof hatte seinen Namen sicher von einem
Besitzer, der mit dem Ort Mühlhausen bei Schwenningen in Verbindung gebracht werden
muß. Und in der Tat scheinen solche Beziehungen zwischen den beiden Orten bestanden zu
haben. Ortsherr in Mühlhausen war zu der damaligen Zeit das Kloster St. Georgen. 1297
treffen der Abt des Klosters und der Johanniter-Komtur zu Villingen, Konrad von Egesheim,
eine Abmachung über die Zugehörigkeit der aus der Ehe des Klosterhörigen Heinricus dictus
Hagelstein, des Maiers in Mühlhausen, mit einer Hörigen der Johanniter zu erwartenden
Kinder. Und fünf Jahre später wechselt das Kloster Reichenau dort eine Hörige gegen Anna,
Heinrich Hagelsteins, des Maiers von Mühlhausen Tochter, Hörige der Johanniter von
Villingen, aus10. Die Familie von Hagelstein war in früher Zeit in Egesheim ansässig. Ein
Hagelstein von Egesheim bezeugt die erwähnte Schenkung von 1305 an die Klause. Außerdem
waren die Hagelstein im Besitz des großen Zehnten in Egesheim, den sie 1386 an die dortige
Kirche zu einem Jahrtag schenkten.

Einen weiteren Hof zu Egesheim, den Tiersteinhof, gab ein Albrecht von Werenwag 1347
zum Kirchensatz und zur Kirche Egesheim". Er verzichtet in diesem Jahr gegenüber den
Herren von Schiltegg, den nunmehrigen Kirchherren in Egesheim, auf seine Ansprüche an den
Hof, der offensichtlich jetzt den Hauptbestandteil des Kirchensatzes ausmachte. Den Namen
hatte der Hof von den Herren von Tierstein, die nachweislich seit 1305 in Egesheim ansässig
waren und den Hof bewirtschaftet haben12. Junta, die Schwester der beiden Brüder Konrad
und Heinrich von Werenwag, war mit Johann von Schiltegg verheiratet". Durch diese oder
eine spätere Heirat sind die Herren von Schiltegg (Stammburg bei Schramberg) in den Besitz
der Kirche zu Egesheim gekommen. Glieder dieses Geschlechts waren Pfarrherren in Egesheim
, so Heinrich, der Sohn des oben genannten Johann, und Wilhelm, der Sohn des Thomas

7 Ebenda, S. 8.

8 HStAS H232 Bd. 30.

9 23.4.1305: HStAS H45 U 18; MH S. 161, Nr. 204; Rothenhäusler (wie Anm.6) S.29 und 52.

10 Zur Geschichte von Gemeinde und Pfarrei Mühlhausen bei Tuttlingen. In: Diözesanarchiv von
Schwaben22 (1904) S.33ff.; Oberamtsbeschreibung Tuttlingen. 1879. S.365; FUBV, S. 156, Nr. 194,2.

11 1.9.1347: HStAS H 45 Bü2.

12 Die Herren von Tierstein nannten sich wahrscheinlich nach der Burg Tierstein, die, wie auch die Burg
Wildenstein, im Besitz der Herren von Ramsberg war. Vgl. 10.9.1362: FUBVI, S.25, Nr. 16.

13 17.2.1345: Monumenta Zollerana (zitiert: MZ) VIII, S.32, Nr. 75. Die Tochter Anna aus dieser Ehe
war Nonne im Kloster Rottenmünster. Als Leibgeding hatte ihr die Mutter einen Hof in Bärenthal,
Schiltegger Hof genannt, gegeben. Wegen dieses Hofes ist es später zu Streitigkeiten zwischen Heinrich
von Werenwag sowie Thomas von Schiltegg und dem Kloster Rottenmünster gekommen. Johann von
Schiltegg war 1354 anscheinend schon tot, da seit dieser Zeit die Mutter allein handelnd auftritt. Vgl.
Staatsarchiv Sigmaringen (zitiert: StAS) Dep. 39 Beuron 157/28 = 2.8.1354; 157/27 = 18.8.1355; 75/168 =
22.11.1379; 75/169 = 3.12.1383; 75/190 = 1554. Thomas von Schiltegg war verheiratet mit Gertrud von
Werenwag. Das Ehepaar übergab dem Kloster Beuron das Patronatsrecht in Egesheim, Bubsheim und
Reichenbach. Alle drei Beuroner Anniversare gedenken des Paares.

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