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Leopold Stierle
Nach dem Tod des Hans Datt wurden seine beiden Söhne Hans und Stefan von Graf Jörg
von Werdenberg belehnt. Lehenträger war Ulrich Ortolf von Ebingen57. Die Witwe des Hans
Datt, Katharina Datt, verkaufte dann 1481 ihren Zehnten zu Egesheim, welcher Mannlehen sei
von der Herrschaft Werdenberg, so wie ihn ihr verstorbener Mann Hans Datt und nach ihm sie
und ihre Kinder besaßen, um 94Pfund Heller an Heinrich Byeler von Egesheim58. Anscheinend
hat sich Katharina Datt später ins Kloster Hedingen bei Sigmaringen zurückgezogen.
Dort wurde am 3. März ein Jahrtag für eine Katharina Dänin von Ebingen, unsere Schwester,
gehalten, die im Jahre 1492 gestorben ist59.
Nur wenige Jahre später kaufte Propst Johann Vogt von Beuron (1473-1489) den
Hofzehnten von Heinrich Byeler. Bei allen späteren Verleihungen wird auf diesen Kauf Bezug
genommen mit den Worten wie der (d.h. der Hof zehnte) von Heinrich Bey hollern von
Egesheim erkauft ist und von uns Lehen ist. Der Name Byeler erscheint in den verschiedensten
Schreibweisen wie Beyheler, Beyholler, Peyheler...
Von dieser Zeit an war der Propst von Beuron Lehennehmer. Als Lehenträger wurden
dem Lehensherrn in der ersten Zeit Personen aus dem klosternahen Irndorf vorgeschlagen und
seit 1580 die Hofmeister, Sekretäre, Kanzleiverwalter und Kanzleidirektoren des Klosters.
Beim letztgenannten Personenkreis hat es sich um Beamte des Klosters gehandelt, denen die
Kanzleiverwaltung anvertraut war. Mit dem Anwachsen ihrer Aufgaben im Laufe der Jahre
haben sie dann auch entsprechend höherrangige Amtsbezeichnungen erhalten60.
1488 belehnte Graf Georg von Werdenberg-Heiligenberg Hans Jakob von Irndorf als
Träger des Propstes Johannes von Beuron mit dem Hofzehnten, der jährlich 4 Malter Korn
giltet (minder oder mehr), und mit den Hofäckern mit aller ihrer Zugehörde wie sie Propst
Johannes von Heinrich Peyheler von Egesheim kaufweise erworben, und Heinrich Peyheler
von uns zu Mannlehen empfangen und getragen hatbx. Nach dem Tode Graf Georgs erneuerte
Graf Hugo 1501 die Belehnung an Hans Jakob von Irndorf als Lehenträger unseres Herrn und
Freundes Propst Paul von Beuron62. In den Jahren danach bis in die zweite Hälfte des
16. Jahrhunderts hinein werden andere Lehenträger aus Irndorf genannt: so 1522 ein Ludwig
Vischer, der von Johann V. und 1523 von Graf Ghristoph belehnt wurde, und 1561 abermals
ein - von Graf Joachim von Fürstenberg belehnter - Ludwig Vischer63. Als dessen Lehensnachfolger
wird ein Andreas Vischer genannt. Nicht geklärt ist, in welchem Verwandtschaftsverhältnis
diese Personen untereinander und in welchem Dienstverhältnis sie zum Kloster
Beuron gestanden haben.
Nach dem Ubergang der Grafschaft Heiligenberg an die Grafen von Fürstenberg (vgl.
oben S. 118) ging der Hofzehnte von Egesheim bis zur Aufhebung des Augustiner-Chorherrenstifts
Beuron von den Grafen von Fürstenberg zu Lehen. Seit 1580 werden als Lehenträger
ausdrücklich und namentlich die Kanzleibeamten des Stifts genannt.
Graf Joachim von Fürstenberg belehnte 1580 Alexander Sieger von Egesheim, den
57 31.1.1480 Revers, Siegler: Wilhelm von Baldegg. Das Siegel fehlt.
58 7.4.1481 (Sonntag nach Judica): HStAS H45 U25. Eine Kopie dieses Kaufbriefes, die der Beuroner
Sekretär Johann Hartmann am 22. 7.1604 gefertigt hat, befindet sich bei den Unterlagen im FF Archiv in
Donaueschingen.
59 Jahrtagsbuch des Klosters Hedingen. In: Hohenzollerische Jahreshefte 18 (1958) S. 153-183.
60 Karl Th. Zingeler: Geschichte des Klosters Beuron im Donautal. In: Mitteilungen des Vereins für
Geschichte und Altertumskunde in Hohenzollern21 (1887/88) S. 20/21.
61 9.6.1488: HStAS H45 Bü2, Kopie des Lehenbriefes. - Revers, Siegler: Reinhard von Balgach. Das
Siegel fehlt. \
62 17.9.1501 Lehenbrief, U190 (199/9). - Revers, Siegler: Propst von Beuron. Das Siegel fehlt.
63 6.5.1522 Revers, Siegler: Propst von Beuron. Das Siegel fehlt. Beiliegend Kanzleientwurf des
Lehenbriefes. - 25.2.1523 Revers, Siegler: Propst von Beuron. Das Siegel fehlt. Beiliegend Kanzleientwurf
des Lehenbriefes. - 27.9./7.11.1581 Revers, Siegler: Rudolf Wendel, Landvogt, und Itelhans
Ebinger, Landschreiber der Grafschaft Heiligenberg. Beide Siegel sind aufgedrückt.
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