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Zehnte und Hofäcker im Dorf Egesheim
Hofmeister des Propstes Vitus64, nach dessen Tod Graf Friedrich 1604 Matthäus Biedermann,
den Hofmeister in Beuron65. 1644 erhielt Michael Schweizer, Beuroner Lehenbauer auf
Leibertinger Steige, als Lehenträger des Propstes Philipp den Zehnten von Graf Friedrich
Rudolf. Der Hofzehnt gültete damals 5 Malter Korn und 1 Malter Haber66. Graf Friedrich
Rudolf starb 1655. Zwei Jahre später wurde Johann Friedrich Rösler, Sekretär des Propstes
Johann, und 1661 der Sekretär Johann Rudolf Dornsperger von Graf Ferdinand Friedrich als
Ältester des Hauses und Stammes belehnt67.
Nach dem Tode des Grafen Franz Christoph 1671 wurde Graf Franz Karl Herr auf
Heiligenberg. 1687 belehnt er Franz Klaus, den Sekretär des Abtes Georg von Beuron68. Auf
Graf Franz Karl, der 1698 starb, folgte als Lehenherr Graf Anton Egon, der 1716 starb. Von
ihm sind keine Lehenunterlagen erhalten.
1721 belehnte Landgraf Anton Maria Friedrich auf Vorschlag des Abtes Johann den
Kanzleiverwalter zu Beuron Johann Emanuel Wech. Als Taxe für den Lehen- und Reversbrief
wurden 5 Reichstaler erhoben69. Im Alter von 67Jahren ist Johann Emanuel Wech am
22.5.1753 in Überlingen gestorben. Ihm folgte der Kanzleiverwalter Jakob Weinemer im
Lehen nach, der aber schon am 20. 8.1754 starb. Anschließend war kurze Zeit der Kanzleiverwalter
Balthasar Marmon im Besitz des Lehens. Am 4.2.1757 ist auch er gestorben. Uber
diese beiden Lehenverhältnisse sind weder Lehenbriefe noch Reverse auf uns gekommen. Die
Belehnungen können nur den vielen Schreiben, die Abt Rudolf in den Jahren 1755-1762 mit
Graf Joseph Wilhelm Ernst gewechselt hat, entnommen werden.
Auf Balthasar Marmon folgte der Kanzleiverwalter Johann Bartholomäus Pizenberger.
Abt Rudolf schlug ihn und den Egesheimer Heiligenpfleger Bernhard Sieger im März 1762
dem Lehenherrn vor. Lehenbrief und -revers wurden am 19.4.1762 ausgestellt70. Einige Tage
später starb Graf Joseph Wilhelm Ernst in Wien. Fürst Joseph Wenzel erneuerte 1768 die
Belehnung für Johann Bartholomäus Pizenberger71. Der Zehnte gültete jetzt 2Malter und
8 Viertel Vesen und ebensoviel Haber. Bartholomäus Pizenberger ist am 30.5.1772 gestorben.
Auf Vorschlag des Abtes vom 5.10.1772 wurde sein Sohn Franz Anton Pizenberger belehnt.
Bereits im Jahre darauf gab dieser das Lehen auf und zog nach Konstanz, wo er eine
Professorenstelle erhalten hatte. An seine Stelle trat Christoph Bramm bis zur Belehnung des
Kanzleiverwalters Joseph Frey im Jahre 1781. In einem Schreiben vom 12.7.1784 an die
Fürstenbergische Kanzlei berichtet Abt Rudolf, daß die Belehnungen bisher auf Lebenszeit
der Bewerber ausgesprochen worden seien. So sei Franz Klaus Lehenträger gewesen und dies
auch nach seinem Dienstaustritt bis zu seinem Tod am 3.3.1721 geblieben. Ebenso sei Johann
Emanuel Wech auch nach der Besetzung der Kanzleiverwalterstelle mit Jakob Weinemer bis
zu seinem Tod Lehenträger des Hofzehnten geblieben.
Auf Vorschlag von Abt Rudolf belehnte Fürst Joseph Wenzel 1781 den Kanzleidirektor
64 25.6.1580 Revers.
65 20.12.1604 Revers, Siegler: HansN zu Überlingen. Das Siegel fehlt.
66 17.12.1644 Lehenbrief, U396 (199/15). Das Siegel des Grafen fehlt. - Revers, Siegler: Propst von
Beuron. Siegel in Holzkapsel hängt an.
67 25.1.1657 Revers, Siegler: Propst von Beuron. Siegel in Holzkapsel. - 6.4.1661 Revers, Siegel des
Propstes aufgedrückt. Beiliegend Kanzleientwurf des Lehenbriefes.
68 30.9.1687 Lehenbrief, U460 (199/17). Das Siegel fehlt. - Revers, Siegel des Propstes in Holzkapsel.
69 3.3.1721 Lehenbrief, U 534 (199/18). Das Siegel fehlt. Franz Claus, gewesener Sekretär, ist gestorben.
- Revers. Das Siegel ist aufgedrückt.
70 19.4.1762 Lehenbrief im FF Archiv Donaueschingen. Beiliegend eine Kopie des Lehenbriefes vom
3.3.1721. - 22.3.1762: Abt Rudolf schlägt Pizenberger vor und bemerkt, daß seit 1621 keine Renovationen
des Lehens vorgenommen wurden.
71 11.4.1768 Lehenbrief, U613 (199/21) Das Siegel fehlt. Kanzleientwurf des Lehenbriefes im FF
Archiv Donaueschingen.
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