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Flur- und andere Örtlichkeitsnamen als siedlungsgeschichtliche Quellen
230) Enslinger Ried. - 1844: Ried; 1724/27: auf dem Enslinger Ried; 1568: uff dem
Riedt.
Enslinger Ried zur Unterscheidung zum Breitried bei Binzwangen, wo Langenenslinger
Bauern ebenfalls Wiesenparzellen hatten.
231) Entrechen. - 1724/27: in Entrechen; 1538: am Andrechen (R.Staufenberg n. 88,
S. 74); um 1470: It(em) es lit ain gart(en) im entrechen am Urspru(n)g; 1359: uss aim mansmat
im entrechen (UB HKI, n. 623, S. 373); 1306: Albrecht ymm Entreche (Habsburger Urbar I,
S. 408).
SWI, col. 276: Antrech = Ente (männlich).
232) die Fürschwallen. - 1568: Mer ein fürschwellenn und wißlin in Nollen; um 1470:
1/2 J mit dem für schwellen haist der nollen acker; 1351: zehend der uss des Talmaigers furswal
gat des och zwai mans mat ist (UB HKI, n. 540, S. 303).
Nach Jänichen, S. 70, vor den Ackern gelegene Grundstücke, vergleichbar den Anwandern
; sie dienten zum Wenden des Pfluges, wurden aber mit zunehmender Landknappheit
angebaut.
233) Grubenwiese. - 1724/27: an der Frühmeß gruhenwiß auf dem Ried; 1359: uss
Grüben wise (UB HKI, n. 623, S. 373); 1351: uss der wis... die man nempt Grhbner wis (UB
HKI, n.540, S.303).
234) Hermad. - 1724/27: die Holzwiese im Hermad, ist Gemeindeweide; 1568: im
Hiermadt; 1438: / mamad wisen stost an das hünermad lit im holcz.
Ableitung unsicher, vielleicht nach SWIII, col. 1435: her = hehr, angenehm, vornehm,
vorzüglich; demnach »gute Heumahd«.
235) die Langen Wiesen. - 1724/27: in langen Wißen.
236) Luzenwiese. - 1724/27: des Luzen wiß; 1488: ain mansmad wisen by trütlers müly;
um 1470: / mamat ist och halb sin haist Lucen wiß.
Enthalten ist darin der PN Lutz. 1438 hieß eines der Heiligkreuztaler Lehen in Langenens-
lingen Luczen Lehen.
237) die Mesnerwiese. - 1724/27: die Mößnerwiß auf dem Riedt.
Sie diente zur Besoldung des Mesners.
238) Öhmdwiesen. - 1844: Oemdwiesen; 1724/27: am Öhmd Priel, an Ömdtwisen;
1568: am Embt Priel.
Die Öhmdwiesen waren zweimähdig und wurden regelmäßig gedüngt. Sie nannte man
deshalb auch Fettwiesen (im Gegensatz zu den ungedüngten, einmähdigen »Mager«-Wiesen).
239) Pfarrwiese. - 1724/27: die Pfarrwiß; 1438: stost uf despfaffe(n) wiß.
Sie gehörte zu den Pfarrei-Gütern.
240) Rauhenbrühl. - 1724/27: im rauhen Brüel; 1568: im rauhen Priel; um 1470: der
ruch brüel 21/2 mamat; 1359: uss vier mansmaden in dem ruhen brül (UB HKI, n.623,
S.373).
SW V, col. 180: rauh, hier in der Bedeutung von uneben, im Gegensatz zum ebenen Brühl
in Nähe des Unterdorfes.
241) Reulenwiese. - 1724/27: in der Reulenwiß hinter der Oberen Mühle; 1568: in der
Reiliß wiß; um 1470: / mamat haist rilun wiß.
Darin wohl enthalten der PN Reihle (vgl. BrechenmacherW, S. 391).
242) Reitlingen. - 1724/27: auf Rehlingen im Kreith; 1568: uff Reutlingen; 1562: auf
Reitling am langen Weg (R. Stauffenberg n. 133, S. 96); um 1470: / iuchart lit an rütlin stost uff
die wysan; 1351: den zehenden der uss aim rktlin gat des ist zwai mansmat (UB HK I, n. 540,
S.303).
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