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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1990/0165
Flur- und andere Örtlichkeitsnamen als siedlungsgeschichtliche Quellen

257) Geiern. - 1844: Geiern; 1724/27: 200J Gemeindewald im Gayern; 1651: hinder
Gera (GdeA U Nr. 3, 1651 Aug. 9), gelegen zwischen der Stauffenbergischen Waldung und
dem Billafinger Sulzhau; um 1470: / iuchart an burck weg uffi un haisset der gern.

Vielleicht ist wegen der Parzellenform eine Ableitung nach SWIII, col. 379: Ger =
keilförmiges Stück Land, möglich.

258) Greuth. - 1844: Greuth; 1724/27: das Kreuth im Klein Oberöschlin ist eine
Weitraite (ohne Flächenangabe).

Vermutlich wurde der Flurort Greuth erst im 17. Jahrhundert gerodet und einer extensiven
Nutzung (Weitraite) unterworfen. Im Gegensatz zu anderen Rodungsbezeichnungen weist
Greuth (von mhd. ge-riute, vgl. Lexerl, col. 884) darauf hin, daß hier ein Stück Land durch
»Ausreuten« der Baumstrünke und Wurzeln urbar gemacht wurde.

259) Hungerberg. - 1844: Hungerberg; 1724/27: Wr auf dem Kirchsteig zusammen mit
dem Hungerberg rund 99J haltend (vgl. dazu »Auf dem Berg«).

260) Kümmertal. - 1844: das Kümmerthal; 1724/27: das Kemmental, ist eine Weitraite;
1568: Kemmenthal; um 1470: in Kämenthai; 1438: / juchart uf dem Cämital.

Zugrunde liegt wohl die Gewürzbezeichnung Kümmel (mhd. Kumin), so daß das Kümmertal
als Pendant zu Korntal aufzufassen ist (vgl. auch oben Abschnitt 5.4.c).

261) Lindenhart. - 1844: Lindehart; 1578: der Lindhardt (GdeA U Nr. 1, 1578 Juni3).

Die Ortlichkeitsbezeichnung nimmt Bezug auf die Baumart Linde, hier auf die Sommerlinde
, die in den Kalkbuchenwäldern der südlichen Alb früher ziemlich häufig mit der Esche,
Ulme und dem Ahorn anzutreffen war. Die dominierende Linde dürfte vermutlich auf eine
planvolle Durchforstung hindeuten, zumal sie als Bauholz sehr begehrt war. Die Bezeichnung
muß auch im Gegensatz zu den Eichenwäldern (vgl. FN Eichenberg) gesehen werden (vgl.
auch FN Lindenhalde, Lindenbühel in Abschnitt 5.1).

262) Nächstenberg. - 1844: Nächstenberg; 1724/27: der Nächste Berg oder Stubenhalden
fangt an binden am Kementhal, mit welchem er 65/ 65 Ruthen haltet (ist eine Weitraite);
1568: der Nechstenberg facht an dahinden am Kementhal an Hageneckhern (ist eine Weitraite
); um 1470: an nästen berg; 1438: vorm Nähstenberg.

263) Roßlet. - 1844: Roßlet; 1724/27: 100J Gemeindewaldung im Roßlet.
Unbestimmt muß die Ableitung des Namens bleiben; es ist sowohl an die Grundwörter

Rose (= Hagebutte) als auch an Roß (= Pferd) zu denken. - Die Friedinger nannten ihren
angrenzenden Wald um 1470 Roßhart (HStA Stuttgart, H225, n. 172), so daß hier in Roßlet
wohl eine mundartliche Namensentstellung vorliegt.

264) Steig. - 1844: Steig; 1724/27: auf dem Kirchsteig, zusammen mit dem Hungerberg
rund 99 J haltend; 1568: uf dem Kirchsteig (vgl. Kirchsteig in Abschnitt 5.4.c).

265) Stubenhalde. - 1844: Stubenhalde; 1724/27: die Stubenhalde oder Weiten zusammen
zweyhundert Jauchert haltend (ist ein Gemeindewald).

SW V, col. 1890: Stub, hier im übertragenen Sinne wohl Wasserstube.

266) Weithart. - 1844: Weithart; 1724/27: die Stubenhalde und Weiten zusammen
zweyhundert Jauchen haltend (ist ein Gemeindewald); 1578: Weittart (GdeA U Nr. 1, 1578
Juni 3).

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