http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1992/0134
Ulrike Elisabeth Weiß
5 Grabstein der Barbara Ressin geb. Neupin auf dem Friedhof der Unterstadtkirche in
Haigerloch
Abb. 38, 39 {Laur Abb. 15)
Zuschreibung. 1772.
Sandstein, bis zur Unkenntlichkeit verwittert; Höhe ca. 1,25 m, Breite ca. 1,60 m.
Literatur: Laur S. 10 und S. 33 (mit Zuschreibung); Hodler S. 408 (ohne Zuschreibung) und
S. 538 (zu Barbara Ressin); Widmaier S. 32; Schimmelfennig S. 57; Schimmelfennig-Riel S. 236;
Genzmer, Hechingen S. 113 (ohne Zuschreibung).
Die 1772 verstorbene Barbara Ressin hinterließ 1000 Gulden für eine wohltätige Stiftung,
hat also sicher zu den wohlhabendsten Einwohnern Haigerlochs gehört. Ihr Grabstein, der
Weckenmann vor allem aufgrund seiner hohen Qualität, nicht aufgrund genauerer stilistischer
Betrachtungen zugeschrieben wird, zeigte in einer schön geschwungenen Kartusche ein zartes
Relief der armen Seelen im Fegefeuer und des auferstandenen Erlösers. Auf einer um 1910
entstandenen Aufnahme ist das Relief noch sehr gut zu erkennen. Heute ist der Grabstein
praktisch leer, die letzten Spuren des Reliefs werden in wenigen Jahren verschwunden sein.
Laur (S. 33) meinte, »auch noch andere, allerdings einfachere Grabsteine lassen... seine
Hand erkennen«. Die Ornamentik zumindest eines weiteren Grabsteins, dessen Datum nicht
mehr lesbar ist, läßt sich Weckenmann gut zuordnen.
6 Hl. Johannes von Nepomuk vom Marktbrunnen in Haigerloch
Abb. 1, 29 (Genzmer, Hechingen Abb. 258)
1774
Roter Sandstein. Oberfläche verwittert; es fehlen: das obere Ende des Kreuzlängsbalkens, die
Unterschenkel Christi, einige kleine Gewandteile. Höhe ca. 1,50 m.
Literatur: Laur S. 33; Widmaier S. 32 und 34; Genzmer, Hechingen S. 143; Schimmelfennig
S. 52; Schimmelf ennig-Riel S. 236; Leserbrief Hohenzollerische Zeitung 21.5.1951: »Beim
Aufstellen des Maibaums auf dem Marktplatz stürzte die Figur vom Brunnenstock«; Dehiol
Fiel S. 181; Genzmer, Halbritter S. 50 (zur Kopie von Halbritter); Hannmann/Steim S. 20 (zu
Großbayers Anteil, d.h. dem Brunnentrog, mit Quellenangabe); Steim S.24/5; Weckenmann-
Ausst. S.47f.
Auf dem Brunnenstock in Form eines vierkantigen Pfeilers mit Volutenkapitell befindet
sich das Datum - 1774 - und die Inschrift »I.H:G.W« für Johann Georg Weckenmann. Die
Vorderseite der Sockelplatte der Figur trägt den Schriftzug »IGeoRGWegenM«, die restlichen
drei Buchstaben sind unleserlich.
Wie die meisten der im 18. Jahrhundert sehr zahlreichen Nepomukstatuen trug ursprünglich
auch der Haigerlocher Johannes einen Heiligenschein mit Sternen aus Metall - die
Bohrung am Hinterkopf ist noch vorhanden -, der aber um 1900 bereits abhanden gekommen
war.
Auf dem Haigerlocher Marktbrunnen steht heute eine Kopie des Nepomuk von Bildhauer
Halbritter in Tübingen, Weckenmanns Figur fand im Rathaus Aufstellung. Der Sockel wird
zusammen mit den Büsten und Vasen von St. Anna im katholischen Jugendhaus verwahrt.
Zu der Figur und ihrer zeitlichen Zuordnung vgl. Kap. 7.3.
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