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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1992/0214
Heinz Pfefferle

Rahmen der Volksbefragung belaufen sich jedoch auf 490000DM, d.h., es tritt eine Steigerung
um 45 % ein. Besonders kraß ist die Steigerungsrate für die Ausgaben des Generalsekretariats
. Der Planungsansatz beträgt hier 68000 DM, verausgabt werden jedoch
296000 DM - ein Zeichen für die stark zentralistische Tendenz innerhalb der Arbeitsgemeinschaft
für die Vereinigung Baden-Württemberg.

Für die Zeit zwischen Volksbefragung und Volksentscheid beantragt Lehr mit Schreiben
vom 7. November 1950 einen monatlichen Betrag von 12000 DM29. Wie hoch die tatsächlichen
Ausgaben dann sind, geht aus den Unterlagen leider nicht hervor. Briefe Lehrs an die
Finanzminister von Württemberg-Hohenzollern und Württemberg-Baden legen eine Summe
von 50000 bis 65000 DM nahe30. Am 18. März 1951 legt Lehr in einer neuen Denkschrift
einen monatlichen Finanzbedarf von fast 22000 DM dar. Gebhard Müller schreibt dazu in
einer für Th. Eschenburg bestimmten Aktennotiz: Der Etat ist ungewöhnlich übersetzt. Elf
hauptamtlich besetzte Kreisstellen, die seit Oktober 1950 so gut wie nichts mehr arbeiten,
daneben Vergütungen, die über den Besoldungssätzen liegen, sind unerträglich^.

Für den Wahlkampf zum Volksentscheid beantragt Lehr mit einer neuen Denkschrift
vom 31. Mai 1951 insgesamt 550000 DM32. Diese Summe wird von den Kabinetten ohne
Abstriche gebilligt. Darüber hinaus wird im August/September allein der Anteil der staatlichen
Mittel auf 600000 DM aufgestockt33. Dennoch ergeben sich weitere Schwierigkeiten, da
diese Mittel nur zögerlich bereitgestellt werden und auch die privaten Spenden hinter den
ursprünglichen Zusagen und Erwartungen zurückbleiben. Ende Oktober erreichen die Streitigkeiten
zwischen dem Generalsekretariat und den Kabinetten einen erneuten Höhepunkt34.
Die endgültige Höhe der Ausgaben ist auch hier unbekannt, denn so detailliert sich die
Finanzangelegenheiten der Arbeitsgemeinschaft für das Jahr 1950 darstellen lassen, so -
vergleichsweise - grob sind die Unterlagen für das Jahr 1951. Es existiert eine Reihe von
Briefen Albert Lehrs zur finanziellen Situation, eine Gesamtübersicht jedoch fehlt. Dem
Hauptausschuß wird bei seiner Schlußsitzung am 2. Februar 1952 zwar vom Vorsitzenden
Richard Freudenberger versichert, die Endabrechnung sei bis auf wenige Posten fertiggestellt
, sie gehe in den nächsten Tagen zur Prüfung an den Finanzausschuß. Albert Lehr
ergänzt dies dahingehend, daß der schriftliche Rechenschaftsbericht in nächster Zeit von
Dr. Eduard Sütterle erstellt werde. In den untersuchten Aktenbeständen ist jedoch die
Endabrechnung so wenig zu finden wie der Rechenschaftsbericht. Merkwürdig berührt auch,
daß letzterer nicht wie 1950 dem Finanzprüfer der Arbeitsgemeinschaft, Dr. Häring, übertragen
wird, sondern dem seit Sommer 1950 gesundheitlich schwer angeschlagenen Dr. Sütterle35
.

Wer hat nun diese Mittel für den »Hauptträger (...) der politischen Willensbildung«36
aufgebracht? Wieder bestehen für das Jahr 1950 sehr präzise Auskünfte. Den Hauptbeitrag
leisten in der Tat die Stuttgarter und die Tübinger Regierung (410000 DM oder 84% der
Gesamteinnahmen der Arbeitsgemeinschaft)37. Lediglich 78000DM stammen aus privaten

Weinacht (Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württemberg. Hg. von der Landeszentrale für
politische Bildung Baden-Württemberg B2). 1978. S. 224-235; die Angabe findet sich auf S. 148.

29 StA Sig. Wü 2/260.

30 StA Sig. Wü 2/261.

31 StA Sig. Wü 2/261.

32 StA Sig. Wü 2/238. 500000 DM sollen dabei durch die Regierungen von Württemberg-Baden und
Württemberg-Hohenzollern aufgebracht werden, die restlichen 50000 DM sollen aus privaten Spendemitteln
bezahlt werden.

33 Brief Alben Lehrs an Dr. Hermann Veit vom 25. Oktober 1951 (StA Sig. Wü 2/262).

34 Vgl. Briefe Alben Lehrs an Dr. Frank und Dr. H. Veit vom 25. Oktober 1951 (wie Anm. 32).

35 StA Sig. Wü 2/279.

36 Bury (wie Anm. 4) S. 298.

37 Bericht über die Erstellung der Endabrechnung usw. (wie Anm. 9).

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