Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
34(120).1998
Seite: 351
(PDF, 85 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1998/0365
Besprechungen

noch immer keine Bibeln. (Vgl. Ingrid Helber, Bücherbesitz in Ebingen. In : Heimatkundliche
Blätter Balingen 39, 1992, S. 857f. Den Zahlen liegen die im Stadtarchiv Albstadt aufbewahrten
Ebinger Inventuren und Teilungen zugrunde.)

Die Mängelpunkte nehmen hier zwar einen verhältnismäßig breiten Raum ein, sind jedoch
insgesamt eher von marginaler Bedeutung. Vf.in versteht es, sich kurz und präzise auszudrücken
- eine Fähigkeit, die im Zeitalter der elektronischen Texterstellung immer seltener
wird. Ihr herausragendes Verdienst ist es, aus den Quellen heraus den obrigkeitlichen Umgang
mit Kapitalverbrechen im Herzogtum Württemberg erarbeitet zu haben. Deshalb
gebührt der vorliegenden Arbeit im Bücherschrank ein Platz links neben Paul Sauers »Im
Namen des Königs«.

Albstadt/Tübingen Peter Thaddäus Lang

Ernst Arnold: Oberdischingen, der Malefizschenk und seine Jaunen Neudruck der Ausgabe
von 1911, erweitert um die Oberdischinger Diebsliste von 1799. Hg. von der Gemeinde
Oberdischingen. Bearbeitet von Werner Kreitmeier. Oberdischingen 1993. 408 S.,
100 Abb.

Zu den sozial- wie kriminalgeschichtlich interessantesten Phänomenen am Ende des Alten
Reiches gehören sicherlich die Verbreitung und die Aktivitäten der zahlreichen Räuberbanden
, die auch im südwestdeutschen und besonders oberschwäbischen Raum tätig wurden.
Armut, Erwerbslosigkeit, wirtschaftliche Krisenzeiten und Mißernten lieferten unter anderem
den Nährboden, der immer wieder Personen in die Kriminalität abgleiten ließ. Die damalige
territoriale Zersplitterung leistete ihrem Wirken Vorschub, konnten sie sich doch ggf. immer
wieder schnell durch ein Ausweichen in einen anderen Herrschaftsbereich dem Zugriff
der örtlichen Polizei und der lokalen Gerichtsbarkeit entziehen und fehlte es oft vor Ort an
Möglichkeiten, gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Im oberschwäbischen Raum ist bis
heute der Schwarze Veri als Bandenführer eine bekannte Gestalt geblieben, nicht zuletzt ob
seines tragischen Todes durch Blitzschlag im Kerker. Zu den schillerndsten Persönlichkeiten,
die auf der anderen Seite standen und sich ganz auf die Bekämpfung des Bandenunwesens
konzentrierten, gehört der Reichsgraf Franz Ludwig Schenk von Castell, dessen Zuständigkeitsbereich
als Kriminalrichter von Dinkelsbühl bis in den Schweizer Kanton Schwyz reichte
und dessen kleine Residenz in Oberdischingen nahe Ulm noch heute auf den im Volksmund
»Malefizschenk« genannten Richter verweist.

Mit dem vorliegenden Werk soll die längst vergriffene Studie von Ernst Arnold aus dem
Jahre 1911 erneut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, dessen Recherchen auf intensiven
Archivstudien basierten. Der Bearbeiter Werner Kreitmeier hat auf diesen Text
zurückgegriffen, gleichwohl aber auf »alte Begriffe, lateinische Ausführungen ... in heutiges
Deutsch in eckige Klammern gesetzt« (S. 8). Auch der Schrifttypus wurde heutiger Praxis angepaßt
. Da parallel zur Bearbeitung durch Kreitmeier die im Jahre 1799 im Auftrag des Schenken
gedruckte »Diebsliste von Oberdischingen« seitens der Gemeinde Oberdischingen erworben
werden konnte, wurde diese als Anhang gleichfalls mitveröffentlicht. Sie enthält
Namen mit Beschreibung von 1487 Personen, nach denen gefahndet wurde beziehungsweise
die kriminell auffällig geworden waren und ist damit ein interessantes Dokument nicht nur
vergangener Fahndungsbemühungen, sondern auch im Hinblick auf die einzelnen dort er-
fassten Personen.

Die Ausführungen Arnolds erweisen sich als eine akribische Studie in zwei »Büchern«,
dessen erstes (S. 23-112) mit »Schenks Leben und Wirken«, und dessen zweites (S. 113-196)

351


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1998/0365