Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
34(120).1998
Seite: 354
(PDF, 85 MB)
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Neues Schrifttum

Nicht zuletzt dadurch wird es die vielen Leser vor Ort erreicht haben, die es dort, aber auch
darüber hinaus verdient hat.

Stuttgart Robert Kretzschmar

Eduard Isphording: Gottfried Bernhard Göz 1708-1774. Ein Augsburger Historienmaler des
Rokoko und seine Fresken. Weißenhorn: Anton H. Konrad 1997. 192 S., 100 meist farbige
Abb.

Hohenzollern ist reich an Deckenfresken des 18. Jahrhunderts. Die Werke von Johann Baptist
Wegscheider und Andreas Meinrad von Ow haben über die Grenzen ihrer engeren Heimat
hinaus verdiente Anerkennung gefunden. Doch nur an einer Stelle gibt es wichtige Werke eines
der ganz großen süddeutschen Meister. Sie entstanden, als 1748 für die Neugestaltung der
Klosterkirche in Habsthal zusammen mit Joseph Anton Feuchtmayer der Augsburger Fres-
kant Gottfried Bernhard Göz herangezogen wurde. Der war damals schon vierzig Jahre alt,
aber da in Augsburg viel zugrundegegangen ist, sind von ihm nur zwei Deckenfresken erhalten
, die früher sind, und beide im Südwesten: das in der Kapelle des Meersburger Neuen
Schlosses von 1741 und das im Audienzsaal der Weingartner Prälatur von 1742. 1748 malte
Göz nun also in Habsthal, und von dort aus reiste der Augsburger Freskant damals direkt
nach Salem und Birnau weiter, wo er den Wettbewerb des Abtes für die Ausmalung der Wallfahrtskirche
gewonnen hatte und dann Meisterwerke schuf.

Der lange erwartete, großzügig ausgestattete Band Eduard Isphordings, der sein 1982 und
1984 erschienenes zweibändiges Werk über die Ölgemälde und Zeichnungen des Gottfried
Bernhard Göz ergänzt, gibt nun Gelegenheit, diesen Entwicklungsgang der Gözschen Freskenkunst
nachzuvollziehen.

Der Abbildungsteil des großformatigen Bandes mit den ausgezeichneten Färb- und den
wenigen Schwarz-weiß-Aufnahmen von Friedrich Kaeß und Wolf-Christian von der Mülbe
ist für die köstlichen, aber doch weniger bekannten Bilder in Schloß Leitheim, der ehemaligen
Sommerresidenz der Äbte von Kaisheim, oder für die nicht so gut erhaltenen Fresken von St.
Cassian in Regensburg so üppig ausgefallen, daß man versucht sein könnte, sich auch für die
Werke in unserem Raum, die an sich ausreichend dokumentiert sind, noch mehr zu wünschen.

Für Habsthal bietet der Band Gesamtaufnahmen der drei großen Fresken über dem Nonnenchor
, der Laienkirche und dem Chor, dazu die drei kleinen Bilder von der Brüstung der
Nonnenempore und das gemalte Zifferblatt, das Gözens Datierung und die der späteren Re-
novatoren trägt.

Der Text behandelt eingehend und kenntnisreich Bau und Auftrag und das Freskenprogramm
. Dabei ist für den hohenzollerischen Raum natürlich die Ikonographie der Verehrung
der Eucharistie durch die vier Erdteile im Chor von besonderem Interesse, denn im nahen
Kloster Wald hat Andreas Meinrad von Ow das Thema übernommen - der Autor weist darauf
hin (S.41, Anm.212).

Zwei kleine Bemerkungen zu Isphordings Beschreibung dieses Habsthaler Chorfreskos:
Wenn man solche Darstellungen mit den vier Erdteilen aus dem 18. Jahrhundert vergleicht,
fällt auf, daß in den meisten, wenn auch nicht in allen Fällen eine Hierarchie der Kontinente
eingehalten wird: Der Ehrenplatz vorne links, also zur Rechten der Eucharistie, auf der Evangelienseite
wenn man an den Altar denkt, ist der Platz für Europa. Ihr gegenüber steht oder
kniet dann, oft tiefer gebeugt als das stolze Europa, Asien als Ort des biblischen Geschehens.
Afrika und Amerika müssen mit den hinteren Plätzen vorlieb nehmen. So ist es in Gözens Stichen
, und so gilt es auch für sein Chorfresko in Habsthal. Also: links vorne kniet Europa und

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