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Herbert Zander
14. JÜDISCHER FRIEDHOF
Jüdischer Friedhof Dettensee - Blick aus Richtung Nordwest. Bild: Herbert Zander
14.1 Erwerb und Nutzung
Seit Bestehen der jüdischen Gemeinde hatten die Dettenseer ihre Toten auf dem
Mühringer israelitischen Friedhof bestattet. Im April 1830 bat die jüdische Gemeinde
das Oberamt Glatt, ihr ein geeignetes Grundstück für einen Friedhof zur Verfügung
zu stellen. Als Grund für eine eigene Begräbnisstätte nannte sie den Fußweg von einer
Dreiviertelstunde zur bisherigen Begräbnisstätte in Mühringen. Außerdem erschienen
ihr die Bestattungskosten von 3 fl. für Erwachsene und 1 fl. 30 xr. für Kinder zu hoch.
Schon im September des Jahres wurde der vom Oberamt vorgeschlagene Platz gutgeheißen370
. Das 13a 34m2 große Grundstück östlich des Ortes am Brandweg , am nördlichen
Rande des Hinach-Waldes, sollte für einen Zeitraum von 100 Jahren Platz für
400 Gräber bieten. Der Platz wurde der jüdischen Gemeinde um 33 fl. 20 xr. verkauft372.
Die von jüdischer Seite vorgesehene und aus Geldmangel letztlich auch verwirklichte
Einfriedung mittels eines Grabens und eines lebendigen Hages wurde von staatlicher
Seite abgelehnt. Man fürchtete das Ausscharren der Leichen (vermutlich durch wilde
Tiere), weshalb der Friedhof mit einer Mauer umgeben sein müsse373. Zu der vorge-
370 StAS, Ho 202 T 3 Nr. 2197: Preußisches Oberamt Haigerloch. Friedhof der Israeliten in
Dettensee (1838-1904).
371 Ortschaftsverwaltung Dettensee: Flurstücksverzeichnis mit Wert. Flurstücksnummer 3/352
(Sept. 2007).
372 Der Betrag wurde in sechs Raten von 1830 bis 1835 bezahlt: StAS, Ho 202 T 3 Nr. 2197 (wie
Anm. 370), Friedhof der Israeliten (1838-1904).
373 Ebd.
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