Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
47/48(132/133).2011/12
Seite: 366
(PDF, 71 MB)
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Neues Schrifttum

Bemerkenswert war - neben dem Recht der öffentlichen Kultusausübung - allerdings
die weitgehende kirchliche Selbstverwaltung (etwa das Recht, eigene Synoden einzuberufen
, auf denen Abgesandte der einzelnen Waldenser-Gemeinden über interne Fragen
entscheiden konnten), die de jure erst im Jahr 1823 endete, als die Waldenserkirche
in der evangelischen Landeskirche aufging. Diese kirchenrechtlichen Zugeständnisse unterstreichen
deutlich das Ende des Mono-Konfessionalität in Württemberg durch die
Ansiedlung der Waldenser. Das Fazit des Autors: Das „Prinzip des konfessionellen Monismus
[entsprach] fortan [nicht mehr] der württembergischen Wirklichkeit, sondern
[gehörte] der Vergangenheit [an] - es war ersetzt worden durch ein System der Kon-
fessionszweiheit" (S. 283).

Insgesamt untersucht die flüssig geschriebene, detailreiche, auf breiter Quellenbasis
fußende und eine profunde Kenntnis des historischen Umfelds widerspiegelnde Arbeit
von Schätz (eine Frankfurter rechtswissenschaftliche Dissertation von 2007) eine nicht
allzu bekannte Episode der württembergischen Landesgeschichte, die zu jenem Zeitpunkt
vom Kampf des Herzogs um mehr autonomen innen- und außenpolitischen Spielraum
gegenüber den konservativen Verfassungsorganen des Landes geprägt war. Sie ist
aber auch als wichtiger Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Waldenser in Württemberg
zu verstehen. Dass die Studie - wie oben erwähnt - den Baden-Württembergischen
Geschichtspreis erhielt, ist mehr als berechtigt.

Hirsau Karl J. Mayer

Gerd Stiefel: Stiefels Stein - Ein Frauenschicksal von der Schwäbischen Alb. Tübingen:
Silberburg-Verlag 2011. 184 S., schw.-weiß Abb.

Im Mittelpunkt dieser romanhaften Erzählung steht Karoline Stiefel, Urgroßmutter
des Autors, die nach dem Mord an ihrem Mann Friedrich, mit 12 Kindern mittellos zurückbleibt
und um das Überleben ihrer Familie kämpfen muss.

Der Autor, Leitender Kriminaldirektor und Chef der Polizeidirektion Sigmaringen,
hat den Stoff anhand historischer Quellen recherchiert. Die Geschichte basiert in erster
Linie auf Unterlagen des Diasporahauses Bietenhausen, vor allem Vorstandsprotokollen
und Festschriften. Außerdem wurden Berichte regionaler Tageszeitungen („Hohenzol-
lerische Blätter" und „Der Zoller") verwendet. Gerichtsakten zum Mord an Friedrich
Stiefel waren nicht mehr auffindbar. Die realen Personen und Ereignisse bilden das Gerüst
des Buches. Die Verschmelzung der Quellen mit fiktiven Dialogen, Handlungen und
Gedanken der handelnden Personen ergeben eine spannende Geschichte, die im Jahr
1893 „auf der Küche", eines zum hohenzollerischen Hermannsdorf gehörenden Weilers
bei Burladingen beginnt.

Die Vorfahren des Mordopfers hatten sich Anfang des 19. Jahrhunderts mit weiteren
evangelischen Familien aus Württemberg im Hohenzollerischen angesiedelt. Fürst
Hermann Friedrich Otto von Hohenzollern-Hechingen gewährte den Bauern, um das
karge Land neu zu besiedeln, neben anderen Privilegien, auch die freie Religionsausübung
. Mit der Gründung der Gemeinde Hermannsdorf im Jahr 1804 entstand die erste
evangelische Kolonie in Hohenzollern.

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