Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
51/52(136/137).2015/16
Seite: 97
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg2015-16/0105
Die Dominikanerinnen und Dominikaner der Region Neckar-Alb

kammerer im Römischen] Reiche, und kaiserlicher Radt. Seine erste Gemahlin war
Martha, Tochter Alberts, Grafen zu Habsburg, Landgräfin im Elsaß, Schwester Rudolphs
des I. Röm[ischen] Kaisers. Die zweyte Gemahlin war Frau Udalhildis, hoch-
gebohrne Gräfin zu Schlisselberg.215

Es wird zwar erzählt, Eitel Friederich habe um das Jahr 1245 die Parthei des Kaisers
Friderich, der in die Excommunication verfallen, nebst vielen andern Fürsten und
Herrn, verlassen. Als aber die Kaiserlichen in [S. 345] sein Land eingefallen, dasselbe
hart gepresst und gedrückt, habe er dem Kaiser eine Abbitte gethan, und auch von ihm
Gnade erhalten, doch unter der Bedingniß, daß er zu Stetten unter dem Hohenzollern
ein Jungfrauenkloster stiften soll, welches er auch gethan.

Allein weit gewisser ist es, daß der Stifter von seinem Herrn Schwager, Rudolph
Röm[ischer] Kaiser, beredet worden, dieß Kloster zu bauen, indem er ein großer Gönner
des heil[igen] Prediger Ordens war, da seine Frau Mutter aus dem Geschlecht Guz-
mann216 gewesen und er bey Lebzeiten des heil[igen] Dominicus gelebt, und selbst die
Wunder gehört und gesehen hat, die nach dessen Tod geschehen sind.
Nachdem der hochgebohrne Stifter das Zeitliche gesegnet hatte, ist seine zweyte Gemahlin
, Udelhildis zu Stetten eine Klosterfrau geworden. Auch haben in diesem Kloster
ihr Leben zugebracht 15. Gräfinnen von Zollern,217 2. Markgräfinnen von Baaden,
1. Markgräfinn von Burgau, und mehr ander von Adel.

215 S. oben Kap. 3.1.2. unter Heinrich Preissig mit Anm. 80. - Im 13. Jh. war „Eitel Friedrich" noch nicht
Herr zu Haigerloch, und Wehrstein und Erbkammer er. Eitelfriedrich II. (1452-1512) wurde unter Maximilian
I. Reichserbkämmerer und tauschte 1497 Haigerloch gegen Rhäzüns; Herr zu Wehrstein wurde dessen
Enkel Jos Niklas II. (1514-1558) durch Wiedererwerb, es blieb aber österreichisches Lehen, vgl. Fritz
Kallenberg: Hohenzollern im Alten Reich. In: Ders. (Hg.): Hohenzollern. Stuttgart 1996 (Schriften zur
politischen Landeskunde Baden-Württembergs 23), S. 48-128, hier S. 55. - Nach Karl-Friedrich Krieger
: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003 (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), S. 59 hatte
König Rudolf I. zwei Schwestern: a. Kunigunde, die zuerst mit Heinrich von Küssaberg im Klettgau, dann
mit Otto von Ochsenstein aus dem Elsass verheiratet war, b. ihr Name ist Krieger, ebd., zufolge unbekannt
, sie sei Dominikanerin in Adelhausen gewesen. Weitere Schwestern sind der Forschung nicht bekannt
. Rudolfs Mutter war Gräfin Heilwig von Kiburg (f nach 1263). - Erwähnt sei noch, dass neben Pre-
gizer, Ehren-Spiegel (wie Anm. 80) auch Stillfried die Gründung von Kloster Stetten im Gnadental ins
Jahr 1259 datiert, vgl. R[udolph] G[raf] Stillfried: Die ältesten Grabstätten des Hauses Hohenzollern.
In: Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde in Hohenzollern 7 (1873/74), S. 49-64,
hier S. 56. - Zur Wahrhaftigkeit der vorreformatorischen Angaben in Welz-Ruef siehe oben Kap. 2.3.

216 Der aus Caleruega (Kastilien, ESP) stammende Ordensstifter St. Dominicus trägt den Nachnamen
Guzman und soll der älteren Forschung zufolge aus einer adeligen oder zumindest wohlhabenden Familien
gestammt haben. Seine Eltern sind nach Petrus Ferrandi OP (f1252/59) Felix von Guzman und Johanna
von Aza. Dass die Familie wohlhabend oder adelig gewesen sein soll, bestreitet die Forschung inzwischen
: „Dominic's father was then [...] a successful member of the middle class, perhaps a merchant, living
in Caleruega, a town close to the major pilgrimage, administrative and commercial centre of Santo Domingo
de Silos [...]" (Anthony Lappin: On the family and early years of St. Dominic of Caleruega. In: Ar-
chivum Fratrum Praedicatorum 67 [1997], S. 5-26, hier S. 22). Vgl. auch Simon Tugwell OP: Notes on the
Life of St. Dominic In: Archivum Fratrum Praedicatorum 67 (1997), S. S. 27-59, insb. 57-59. - Zu Johanna
von Aza vgl. Ekkart Sauser: Art. Johanna von Aza. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
, hg. von Wilhelm Bautz. Bd. 14. Herzberg 1998, Sp. 1111. - Den aktuellen Stand der Dominikus-
Forschung (auf deutsch) bei Paul Hellmeier OP: Dominikus begegnen, Augsburg 2007.

217 Diese Angabe stimmt mit den entsprechenden datierten Nennungen im Stettener Nekrolog überein.

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