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Nachrichten, die mittels Automatismen erhalten worden sind, darunter einige
Fälle, die in der deutschen Literatur wenig bekannt sind. So den aus den
Proceedings der S. P. R. London, in dem sich beim Tischrücken eine den
Tischrückern bekannte lebende Person mit Namen meldete und auf die Frage,
wo er sei, mitteilte, er habe Billard mit seinem Vater gespielt, er selbst habe
gewonnen; auf weitere Fragen teilte er noch mit, es seien zwei Partien gewesen
, außerdem sei er an dem Tage auf der Jagd gewesen, was wegen des
furchtbaren Wetters unwahrscheinlich war. Man fragte bei dem Betreffenden
an und erfuhr, daß die Angaben in der Tat richtig gewesen seien. Der Betreffende
hatte sich nach dem Spiel hingesetzt, war eingeschlafen und hatte
von dem ihm bekannten Ort, an dem die Sitzung stattfand, geträumt. Dieser
Ort war 218 Kilometer entfernt. Weiter berichtet der Aufsatz von bemerkenswerten
Versuchen \on William Stead mittels automatischen Schreibens, indem
er den Geist Bekannter abzapfte, über diese bestimmte Dinge zu erfahren, die
sich nachträglich auch als richtig herausstellten.
Bozzano regt an, auf diesem Gebiet? systematischere Versuche anzustellen.
Schließlich betont er, daß gerade bei den spontan vor sich gehenden telepathischen
Erscheinungen, bei denen der Wille nicht in Tätigkeit sei, die Entfernung
offenbar gar keine Rolle spiele und infolgedessen nicht das physikalische
Gesetz \on dem unigekehrten Quadrat der Entfernung in Frage komme,
diese Nachrichten gingen vielmehr direkt von Geist zu Geist über.
3. Gehirn wellen und drahtlose Telegraphie. Kritiken voi
Cazzamallis Arbeit, die ausführlich anderwärts berichtet wurden.
T i s c h n e r.
Zagadnienia Metapsychiezne (Metapsychische Probleme). Heft Nr. 4. Jahrg. 1925.
1. Ing. P. Lebiedzinski, der bekannte und sehr geschätzte Warschauer Forscher
und Ehrenpräsident der Warschauer Gesellschaft für Psychische Forschung,
bringt einen beachtenswerten Aufsatz über: „Uebersicht der wichtigsten
mediumistischen Erscheinungen unter Berücksichtigung der früheren und gegenwärtigen
Versucbsbedingungen. Der angebliche und wirkliche Betrug der
Medien." Der Verf. gibt zunächst einen geschichtlichen Ueberblick der mediumistischen
Phänomenik und kommt sodann zur Darstellung seiner eigenen
experimentellen Erfahrungen. Der betagte Forscher hatte reichlich Gelegenheit,
u. a. mit einigen der berühmtesten Medien, wie Guzik, Stanislawa Tomczyk,
Stanislawa P., F. Kluski, Eusapia Paladino (Warschau 1893), zu arbeiten und
dies noch in der Zeit ihrer fortschreitenden medialen Entwicklung und Höchstleistungen
. L. berichtet u a. über seine Erfahrungen bezüglich der Lichtverhältnisse
bei mediumistischen Versuchen. Mit Guzik — beispielsweise
—, der, wie bekannt, jetzt nur bei völliger Dunkelheit
arbei tet, wurden ursprünglich die Veisuche bei ziemlich
starkem Rotlicht vorgenommen, so daß die Gesichter,
Gestalten, Hände sämtlicher Sitzungsteilnehmer wie auch
des Mediums deutlich zu sehen waren, und trotzdem stellten
sich die interessantesten und schwierigsten Phänomene
ein, sogar gleichzeitig mehrere sprechende Phantome
in ganzer Gestalt. Doch bei den Sitzungen in spiritistischen Prhat-
zirkeln wurde G. leider an die völlige Lichtausschaltung gewöhnt.
Auch mit dem bekannten Medium Stanislawa P. hatte Lebiedzinski seit
Anbeginn ihrer medialen Fähigkeiten vielfach gearbeitet. Neben den Erscheinungen
der Telekinese, der Teleplastik und sonstiger physikalischer Phänomene
produzierte das Medium auch ein Phantom, das — wie L. berichtet — 2—3 Meter
vom Medium entfernt sich bewegte und verschiedene Handlungen auf
Wunsch des Experimentators oder der Teilnehmer ausführte, wobei das
mit Schnüren und Siegeln gefesselte Medium gleichzeitig
mit dem Phantom deutlich bei Rotlicht sichtbar war, was
auch durch die von L. persönlich gemachten photographischen
Aufnahmen nachgewiesen wird.
Der Autor schildert ferner die von ihm selbst erlebten Phänomene der
übrigen Medien und gelangt auf Grund seiner Erfahrungen zu folgenden interessanten
und bemerkenswerten Feststellungen:
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