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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zs_para1928/0607
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Zunächst will ich die verschiedenen Typen meiner Phänomene nennen:

1. Wenn ich an Tischseancen teilnehme, sehe ich einen leuchtenden Ring,
der die Hände der Teilnehmer längs des Tischrandes verbindet.

2. Sehr häufig, aber nur spontan, sehe ich die menschliche Aura.

3. Ich habe mehrmals meinen eigenen Doppelgänger gesehen.

f\. Neben Personen, die binnen einer relativ kurzen Zeit sterben werden,
sehe ich einen grauen Schalten".

5. Vision verstorbener Personen im Traum oder im wachen Zustand.

(). Angebliche Mitteilungen derselben durch verschiedene Mittel.

Meist ist es so, daß ich die clairvoyanlen Erscheinungen nicht willkürlich
sehen kann; sie kommen gewöhnlich, wenn ich nicht speziell daran denke.

Von diesen Phänomenen werde ich jetzt nur eines — den grauen
Schatten — erwähnen, weil diese Erscheinung wenig bekannt und sehr
eigentümlich ist.

Der graue Schatten ist eine Gestalt, die sich eine kürzere oder längere
Zeit vor dem Tode aus dem Körper auslöst. Seine Form ist ungefähr die
der betreffenden Person, seine Struktur ist aber (wie der Name andeutet)
diffus grau, so daß man z. ß. die Gesichtszüge der Person nicht erkennen
kann. In der S ruktur merkt man eine ziemlich lebhafte Bewegung wie etwa
die Bewegung einer Kenenflamme, aber gewöhnlich ohne das entsprechende
Leuchten. Ich sehe es nur bei erwachsenen Personen, bei Kindern nicht. Bei
diesen habe ich nur eine kleine, leuchtende Kugel gesehen, die möglicherweise
dem Schatten der erwachsenen Personen entspricht. Der Schatten folgt in den
meisten Fällen in i bis 2 Meter Entfernung der rechten Seite des Körpers.
Ich habe den Eindruck, daß eine Verbindung zwischen dem Körper und dem
Schatten existiert. Bei dem Eintreten des Todes schmilzt zunächst der Schalten
mit dem Körper zusammen, und dies ist mit einem starken Leuchten um
den Kopf begleitet. Ich habe diesen Schatten von meiner Kindheit an gesehen.
Ich kann mich z. B. sehr deutlich erinnern, daß ich im Alter von 2V2 Jahren
den Schatten bei meinem Großvater sah, und damals sah ich die Gestalt viel
deutlicher als später. Wenn ich mich auf sein Knie setzen wollte, verwechselte
ich die zwei Figuren und ging zu dem Schatten hin. Ich betrachtete damals
die« Phänomen — wie die übrigen — als etwas ganz normales und konnte nicht
verstehen, v arum man mir sagte, daß man von solchen Erscheinungen nicht
sprechen dürfte.

Wenn die Person an einer akuten Krankheit leidet, oder an einem Unfall
stirbt, zeigt sich der Schatten nur eine kurze Zeit — einige Tage oder Wochen
— vor dem Tode. Leidet dagegen die betreffende Person an einer chronischen
Krankheit, oder muß sie längere Zeit das Bett hüten, so kann der Schatten
jahrelang gesehen werden. Ich gebe jetzt einige typische Beispiele:

1. Vor einigen Jahren spazierte ich eines Abends um 8 Uhr durch eine
Straße (lliddervoldsgate) in Oslo. Plötzlich sehe ich einen alten wohlbekannten
Osloer Arzt vor mir gehen, und an seiner rechten Seite in etwa einem halben
Meter Entfernung sehe ich den grauen Schatten. Als er in eine andere Straße
(Oscarsgale) hineingeht, kommt ein Pointer von der anderen Seile der Straße
und bellt rasend auf den Doktor los. Der Doktor kehrt sich um und versucht
den Hund zu beruhigen, aber ohne Resultat. Selbst nachdem der Doktor in
ein Haus hineingegangen war, blieb der Hund außerhalb des Hauses stehen und


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