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Zeitschrift für Parapsychologie. 1. Heft. (Januar 1929.)

Die Spukerscheinungen waren an ihre Person gebunden und traten dann im
Schloß Schönau, nachdem sie sich eingelebt hatte, in unverminderter Starke
auf. Eine Reihe neuer Zeugen, die Baronin zur Mühlen, die alte Köchin
Amalie, die Fürstin Windischgraetz, die Kinder derselben, sowie das Dienstpersonal
der Wiener Stadtwohnung bestätigen die Richtigkeit dieses Naturgeschehens
, also das Zeugnis der Dorfbewohner. Wie in zahlreichen anderen
Spuk füllen wird ein Teil der Vorgänge auch in Räumen beobachtet, in denea
Vilma nicht anwesend ist. Schon diese Tatsache allein läßt sich gegen die Auffassung
, daß dieses ganze Treiben ausschließlich durch Schwindeleien der Agentin
zustande gekommen sei, geltend machen. Dagegen spricht auch das oftmals
elementare und massenhafte Auf treten dieser Vorgänge, die Gewalt der Würfe und
die Entfernung der Abwurfstelle von ihrem Körper. Es kommt dazu: Das Oeff-
nen geschlossener Behälter, der Lärm in dem Zimmer über der Küche, während
die Mädchen bei Tisch saßen. Als man hinaufging, fand man ein Durcheinander
von Möbeln und Gegenständen, das unmöglich unter den vorhandenen Bedingungen
von Vilma präpariert sein konnte. Außerdem sei erinnert an das Umdrehen
des eisernen Bettes vor den Augen der Fürstin. Genau wie bei Thereser
Winkelhofer (Münchener Spuk in der Auguslenstraße) wurden nel)en den gewaltsam
auftretenden authentischen Spukgeschehnissen auch bei Vilma einige
kleine primitive Schwindeleien konstatiert. Die Fürstin Windischgrätz und
Professor Hahn berichten darüber.

Wenn nun auch der Fall Vilma psychologisch nicht weiter verfolgt werden
konnte, da man irgendwelche Komplexe mangels einer psychoanalytischea
Untersuchung nicht festgestellt hat, so ist doch derselbe für das Tatsachenstu-
dium von hohem Wert, weil sich hier die, man kann sagen, gesetzmäßige
Eigenart der spontanen paraphysischen Manifestationen fast schematisch wiederholt
. Auch diese Gleichartigkeit des Geschehens spricht für die Echtheit der
beobachteten Erscheinungen.

Kleine Mitteilungen.

Max Seileng f. ,

Wie schon mitgeteilt, starb am Sonntag, 18. November, Professor Hofrat
Max Seiling nach langen schweren Leiden in Speyer. Seiimg war ein langjähriger
Mitarbeiter der „Psychischen Studien". Mit ihm ist einer der Letzten der
alten Garde von uns gegangen, welche mit Du Prel den Kampf gegen die
materialistische Weltanschauung so unerschrocken und mutig aufgenommen
hüten. Es war ein dornenvoller Weg und den Streitern sind schmerzliche
Erfahrungen und bittere Enttäuschungen nicht erspart geblieben.

Max Seiling wurde am 29. März 1852 in Mittenwald au der Isar geboren als
Sohn des Oberzollinspektors Georg Seiling und dessen Ehefrau Wilhelmine von
Emerich. Nach Absolvierung des humanistischen Gymnasiums und der technischen
Hochschule war er zwei Jahre Assistent am Polytechnikum in München
und hatte alsdann 17 Jahre den Lehrstuhl für mechanische Technologie am
Polytechnikum in Helsingfors in Finnland inne. Nach seiner Pensionierung lebje
er mit seiner Gattin, einer Tochter des Generalmajors Julius von Minkwitz in
München und seit 1919 in Speyer.

Max Seiling war ein großer Gelehrter, ein Mann von seltenem Wissen, der
mit unerschütterlichem Mute und zäher Ausdauer der erkannten Wahrheit diente
bis an sein Lebensende. Seine Liebenswürdigkeit, sein menschenfreundliches,
sympathisches Wesen hat ihm aller Herzen gewonnen, die ihm näher getreten
sind. Ich denke mit innigem Danke an die Güte, mit welcher der edle Mann
mir, dem damaligen Neuling auf dem Gebiete der okkultistischen Studien Rai und


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