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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zs_para1929/0502
"Fachliteratur des Auslandes.

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fremdem Kreis gehalten, wobei der Sitzungsraum bis auf die Sitze und das
Grammophon ganz leer war.

Der vorliegende Artikel berichtet zuerst über eine Sitzung am 15. Juli 1928
im Schloß Millesimo. Außer Bozzano 8 Teilnehmer. Um 10.30 Uhr abends wird
das Licht gelöscht, hierauf erfolgt zuerst die Bringung einer Handsäge (Lichtbild),
dann eines gefleckten, 41/2 Fuß hohen Efeustockes samt der dazu gehörenden
Gartenerde und dem Topf (Lichtbild). Die Säge hatte auf einer Kiste in der Eingangshalle
gelegen, der Efeu auf der Veranda nahe dem Schloßeingang gestanden
. Er mußte, um in das Sitzungszimmer zu kommen, durch das massive Haustor
und 2 Türen im Schloßinnern hindurch, die alle verschlossen waren. Von
Sicherungen (von denen hier natürlich alles abhängt) hören wir nichts.
Im Sitzungsraum herrscht völlige Dunkelheit, eine Anfrage Rossis, ob Rotlicht
gemacht werden dürfe, wurde von der „direkten Stimme" abschlägig beschieden.

Der Bericht über die Sitzung vom 29. Juli 1928 meldet eine in der Geschichte
des Mediumismus äußerst seltene Erscheinung, eine Entrückung des
Mediums, des Marquis Centurione Scotto, aus dem Sitzungszimmer, nach
11.30 Uhr abends, durch 4 versperrte Türen, und zwar auf einen entlegenen Teil
des Speichers in den Pferdeställen, etwa 60 Meter vom Sitzungszimmer entfernt.

Als im Verlauf der Sitzung der Eindruck entsteht, das Medium habe sich
von seinem Platz bewegt, berührt dieses Frau Rossi, seine Nachbarin, ruft aber
dann sofort aus: „Ich kann meine Beine nicht mehr fühlen!" Es folgt eine Zeitlang
Totenstille. Es wird vermutet, das Medium sei in Trance gefallen. Als es
auf Anruf nicht antwortet, wird zuerst im Dunklen nachgesucht, hierauf Rotlicht
gemacht und die Abwesenheit des Mediums festgestellt
. Niemand ahnte, wo das Medium zu suchen sei. Alle Türen wie
vorher verschlossen. Endlich erhält Frau Hack (Schreibmedium) auf
schriftlichem Wege die Mitteilung: „Er ist auf dem Grundstück, aber entfernt...,
er liegt, Heu, auf einem weichen Platz." Nun sucht man, was schon vor dem
Diktat vergeblich geschehen, nochmals in den Ställen und findet den Marquis in
tiefem Schlaf auf dem Speicher. Vorsichtig geweckt, verliert er, als er sich an
diesem Orte sieht, die Haltung, fürchtet, er sei närrisch geworden, weint. —
Bozzano bespricht ausführlich alle natürlichen Erklärungsmöglichkeiten: Bewußten
Betrug mit einem Helfershelfer oder Traumwandelei. Alle diese Erklärungen
scheitern aber nach seiner bestimmten Aussage an den gegebenen Umständen
. Zwischen dem Ausruf des Mediums und seinem Verschwinden sei
nur eine ganz kurze Zeit verstrichen, in der lautlose Stille geherrscht. Jede Bewegung
des Mediums und vollends das Oeffnen der Tür oder gar das Geräusch
des Schlüssels hätte gehört werden müssen. Bozzano bekennt sich tapfer zu
dieser unglaublichen Tatsache, verweist kurz auf die bestehende Literatur, besonders
auf die Entrückung des Mediums Frau Guppy, angeblich binnen wenigen
Minuten auf eine Entfernung von 3 Meilen.

F. J. Crawl ey berichtet in einem Aufsatz „Experimente mit dem Crewe-
Zirkel" über das Ergebnis von etwa 30 Prüfungsversuchen mit Herrn Hope. Der
Experimentator befindet sich mit einem uneröffneten, irgendwo gekauften Plattenpaket
im Dunkelraum, den er ebenso wie Apparat und Kassette vorher gründlich
untersucht hat. Hope ist anwesend. Der Experimentierende öffnet die Packung,
gibt 2 bezeichnete Platten in die Kassette, steckt die übrigen in die Tasche, gibt
die geladene Kassette in die Kamera, kehrt nach erfolgter Exposition in die Dunkelkammer
zurück, nimmt die Platten heraus und in Verwahrung, setzt dies
fort, bis alle Platten verbraucht sind und entwickelt schließlich alle Platten in der
Dunkelkammer in Anwesenheit Hopes. Unter diesen Bedingungen sei ein Plattenaustausch
unmöglich, auch wenn Hope gelegentlich einmal die Kassette in die
Hand erhalte, da ja der Entwickler die Kennzeichen herausarbeite. Auch die
Möglichkeit einer Säureimprägnierung des Bildes im Kassettendeckel oder seine
Anbringung im Apparat oder am Balg scheide aus (es müßte immer dasselbe
Bild erscheinen, während sie beständig wechseln!). Uebrigens erzielte Crawley
Extras auch bei Verwendung seines eigenen Apparates und seiner Kassette, ja
auch bei Platten, die nicht im Apparat und in der Kassette waren.

Unter diesen Bedingungen erhielt Crawley 11 identifizierte Extras,
darunter 6 von seiner verstorbenen Frau im Alter zwischen 20—49 Jahren, 9 nicht
genau identifizierbare Bilder und 3 sonstige psychische Einwirkungen.


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