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Kleine Mitteilungen

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rige Freund und Vertraute des umstrittenen Mediums, der seine Hand ins
Feuer legt für dessen Echtheit. — Sollte es nicht möglich sein, bfeide Standpunkte
zu vereinen? Mehr Vertrauen, gütiges Verstehenwollen auf der einen
Seite; Verständnis für die wissenschaftliche Tragweite der parapsychologischen
Phänomene auf der andern?

Leider sind gerade in diesem Streit von beiden Seiten gelegentlich unnötige
und dazu kaum zur Sache gehörende Angriffe vorgekommen. Etwa
Unterschiebung von üblen Motiven bei Handlungen, die gar nicht von so
eindeutigen bewußten Gründen bedingt sein konnten. Warum nicht zugeben,
daß gerade in unserm Streitfall vieles unentwirrbar bleibt, daß Irrtümer auf
beiden Seiten möglich sind?

Dr. Kröner erwähnte in seinem Schlußwort, daß er sich freuen würde,
sein Urteil revidieren zu können, wenn Valiantine unter Berücksichtigung der
von wissenschaftlicher Seite geforderten Kontrollbedingungen neue Tatsachen
im Sinne echter parapsychologischer Phänomene beibringen würde.
Ich schließe mit dem lebhaften Wunsche, daß dies Valiantine in nächster
Zeit gelingen möchte!

Kleine Mitteilungen.

Eine freundschaftliche Diskussion über die Ansprüche, die an die Beweiskraft von
Berichten über parapsychische Phänomene zu stellen sind.

Herr W. H. Saiter, das bekannte Mitglied des Ausschusses der SPR.
schreibt uns:

„Offenbar muß ich mich in der im Dezemberheft 1929 der Z. f. P. besprochenen
Arbeit über die Veley-Schriften ungeschickt ausgedrückt haben, da sonst
ein so ernster Schriftsteller wie Herr Lambert den Sinn der Stelle, in der ich für
alle nichtkontrollierbaren Phänomene die Wichtigkeit der Vertrauenswürdigkeit
des Mediums oder des Perzipienten betone, nicht mißverstanden hätte. Ich will
deshalb meine These in einer Form wiederholen, die hoffentlich eindeutig sein
wird.

1. In allen Fällen angeblich übernormaler Phänomene ist die erste (natürlich
nicht die einzige) zu entscheidende f^age, ob die Personen, auf deren Zeugnis der
Fall sich stützt, unser Vertrauen verdienen.

2. Sind die Phänomene nicht kontrollierbar, so beruht die Beweiskraft des
Falls meist (wenn nicht immer) großenteils auf dem Zeugnis des Mediums oder
des Perzipienten; deshalb muß die Frage der Vertrauenswürdigkeit des Mediums
oder Perzipienten zuerst untersucht werden; welche Probleme außerdem auch
noch zu erörtern sein mögen.

3. Sind die Phänomene kontrollierbar, so ist die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit
des Mediums weniger wichtig, da die Kontrollbedingungen so beschaffen
sein sollten, einen Betrug des Mediums auszuschließen. In einem
solchen Fall kommt es dagegen sehr auf die Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz
der Untersucher an..

4. Mit Rücksicht auf 2 und 3 ist es wichtig zu entscheiden, ob irgendwelche
Phänomene, über die ein Bericht vorliegt, in Wirklichkeit kontrollierbar oder
nicht kontrollierbar sind, denn werden ihrer Natur nach nicht kontrollierbare Phänomene
so dargestellt, als wären sie kontrollierbar, und paradiert der Bericht mit
angeblichen Kontrollbedingungen, so besteht die Gefahr, daß die entscheidende
Wichtigkeit der Vertrauenswürdigkeit des Mediums übersehen wird.

Die Sätze 1, 2 und 3 sind möglicherweise Selbstverständlichkeiten. Wer
jedoch die Notwendigkeit der in Satz 4 ausgesprochenen Warnung bezweifelt,
sollte Herrn Bestermans scharfsinnige Untersuchung von Dr. Mark Richardsons
Darstellung gewisser Crandon-Phänomene lesen (Proceedings SPR., Teil 110).

Was die Veley-Schriften betrifft, sind nur Satz 1 und 2 von Bedeutung. Die
Schriften behaupten, einen übernormalen Ursprung zu haben; die erste zu unter«

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