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Fachliteratur des Auslandes.

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Idiert. - Im Augustheft antwortet auch Dr. R. L. G. Orandon (Margens
Gatte) auf Dingwalls Algriffe unter dem Titel: „Parapsychologie. Nach über-
standener Krise geht es dem Patienten gut/4 — Rene Sudre schreibt über:
„Der Fall Victor Hugo und das Kollektiv-Psychische", wobei er über Victor
Hugos spiritistische Experimente im Anschluß an das Buch von Claudius Grillet
„Victor Hugo, spirite" berichtet. Von Napoleon III. verbannt lebte Victor Hut>o
in Jersey. Dort besuchte ihn 1853 die ihm befreundete spiritistische Schrittst* I-
lerin Mme. de Girardin und hielt dort erst ohne, dann mit Erfolg Tischsit/ungen
ab, bei denen sich schließlich Victor Hugos verstorbene Tochter Leopoldine meldete
. Nach der Abreise der Mme. Girardin setzte die Familie Hugo die Sitzungen
fort. Hugo selbst legte nie die Hand mit auf den Tisch, setzte sich aber daneben
und stellte Fragen. Nur wenn er dabei war, bewegten sich die Sitzungsergebnisse
auf einem höheren Nheau, dann meldeten sich u. a.: Plato, Dante, Shakespeare,
Moliere, Racine, Byron, Walter Scott, Chateaubriand, ja auch Moses, Jesaia, schließlich
sogar Jesus Christus. Fast alle meldeten sich in Alexandrinern, jedoch sprachen
Moses und Christus nie Hebräisch, bzw. Galiläisch, Aeschylus nie Griechisch,
Hannibal nie Karthagisch, sondern alle konnten ausgezeichnet Französisch. Auch
die Weltanschauung, die sie vertraten, entsprach durchaus derjenigen Hugos,
ebenso ihre Ausdrucksweise. Schließlich meldeten sich auch Fabelwesen und
allegorische Personen: der Löwe des Androklus, Bileams Esel, die Idee, der Tod,
die Poesie, die Kritik, der Schatten des Grabes usw. Alle diese Manifestationen
erklärt Sudre durch den Einfluß von Hugos Unterbewußtsein auf das Kollektiv
Unterbewußtsein der am Tisch Sitzenden. — In einem Aufsatz „Feda und Walter
" berichtet Dr. Crandon über eine Sitzung mit Mrs. Leonard anläßlich
seiner Europareise im Dezember 1928, wobei ihm Feda im Auftrage Walters
alle möglichen Mitteilungen machte, die er für wertlos hielt, so daß er Margery
bei seiner Rückkehr das Sitzungsprotokoll gar nicht zeigte. Sie fand es später
zufällig und fand darin viele Andeutungen, die sich aut ihr Tun und Treiben
während Dr. Crandons Abwesenheit bezogen und völlig richtig waren, obwohl
Dr. Crandon selbst nients davon wußte (daß sie eine bestimmte kleinere Reise
gemacht hatte, daß eine Sitzung verschoben werden mußte, weil ein Teilnehmer
verhindert war, daß Margery etwa eine Woche wegen Halsweh das Bett hüten
mußte, ihre Schlüssel verloren hatte usw.) Dann sagte Feda, Walter behaupte,
er habe jemand mit einem Hut einen Streich gespielt, Dr. Cr. würde es schon
wissen. (Wirklich war Dr. Cr. bei der Ueberfahrt sein Hut aut unerklärliche
Weise abhanden gekommen, was Mrs. Leonard naturlich nicht wissen konnte.)
Dann erfolgten noch verschiedene Angaben über angeblich noch anwesende vei-
storbene Verwandte M'»rgeiys und Dr. Crandons, wobei einige gute Identitätsbeweise
gegeben wurden (so die Schilderung eines verkrüppelten Vetters \on
Margery). - In seinen „Internationalen Notizen*' bringt Harry Price u. a.
einen Auszug aus einem Vortrag voii Sir O I i \ e r l od^c in der Londonei
S. P. R. über „die behauptete Schwierigkeit der spiiitistischen Hypothese \om
wissenschaftlichen Standpunkt aus" (abgedruckt in erweiterter Form in „Nature"
vom 27. April 1929 unter dem Titel „Wissenschaft und l lypothese"), m dem
Lodge meint, es sei bis jetzt noch nicht möglich, den Spiritismus wissenschaftlich
zu beweisen. Auch Prof. M c D o u g a 11 nehme in seinem Buch „Modern Ma-
terialism anü Emergent Evolution" Stellung zum Problem der Unsterblichkeit,
für die er sich einsetzt.

Das Juliheft enthält eine Stellungnahme von Rene Sudre zu den
automatischen Schriften von M. Veley unter dem Titel „Dei Fall Margaret Velev
und die Unsterblichkeit". (Vgl. Z. f. P. 1929, S. 735, 19^0, S. 327 u. 758 f.) Sudre
bemüht sich nachzuweisen, daß die Mitteilungen durch Metagnomie (Anzapfung
des kosmischen Reservoirs) ebensogut erklärt werden können, wie durch die
spiritistische Hypothese. - David Gow (Herausgeber von „Light") schreibt
„Zur Sache des Spiritismus" und setzt sich mit der Frage des Unterbewußtbeins
auseinander. Diese „neue" Erklärung der Phänomene habe ihm schon sein
spiritistischer Lehrer in den achtziger Jahren mitgeteilt, auch A. Jackson Davis
habe bereit? darauf hingewiesen, daß ein Teil der Phänomene dem Unterbewußtsein
entstammt, daneben aber gebe es echte spiritistische Kundgebungen, die der
erfahrene Spiritist mit der Zeit von den unechten zu unterscheiden lerne. —
Harry Price bringt in seinen „Internationalen Notizen" einen kurzen Nachruf
auf Prot. Baerwald. Ferner berichtet er u. a. über ein Interview \on Prot. Gilbert


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