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256 Zeitschrift für Parapsychologie. 5. Heft. (Mai 1931 )
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Murray (klassische Philologie, Oxford) durch den „Sunday Express", in dem
dieser erzählt, wie er beim Ratseiraten seine telepathischen Fähigkeiten entdeckte
, wobei seine Tochter Rosalinde ein besonders guter „Sender" war. Er
erklärt die Telepathie durch Registrierung von Eindrücken, die sonst unter der
Schwelle des Bewußtseins liegen. In einem Vortrag vor der Charles Fox
Association in Oxford trat Sir Oliver Lodge dafür ein, daß sich auch außerhalb
der Erde lebende Wesen im Weltall befinden.
Das Augustheft enthält eine Wiedergabe der Kontroverse über „Mar-
gerys chinesische Schriftstucke" aus „Psvchic Reseaieh" (vgl. Z. f. P. 1029,
S. 426). — Rene Sudre schreibt über die Freudsche Psychoanalyse und Parapsychologie
". Er skizziert kurz die Freudschen Theorien, weist darauf hin,
daß allerdings gewisse Zusammenhänge zwischen medialen Phänomenen und
Sexualität zu bestehen scheinen (häufiges Auftauchen in der Zeit der Pubertät
und Menopause) und daß auch einige Phänomene durch Freudsche Theorien
erklärt werden können (aus der Psychoanalyse der Eleonora Zugun durch Gräfin
Wassilko ging hervor, daß diese an einem „Oedipuskomplex" in bezug auf
ihren Vater litt, wofür sie der „Draku" symbolisch strafte). Im großen und ganzen
glaubt Sudre jedoch nicht, daß die Freudsche Psychoanalyse die medialen
Phänomene und Kräfte erklären könne, denselben Standpunkt nimmt er gegenüber
den Theorien von Dr. Böhm (Z.f. P., July 1929) ein. — Harry Price
berichtet in seinen „Internationalen Notizen" über einen Spuk in Borely Rectory,
Suffolk. (Hieruber wird anderswo ausführlich referiert werden.) Ferner erzählt
er über ein Buch von Capt. F. W. Burnett Thompson, „West African Secret
Societies", in dem über westafrikanische geheime Gesellschaften und ihre unheimlichen
Riten berichtet wird.
Im Septemberheft schreibt Rene Sudre seine „Betrachtungen aus einem
ländlichen Ferienaufenthalt" über das Problem des Fortlebens nach dem Tode
und den Spiritismus, für den ihm kein einziger zwingender Beweis vorzuliegen
scheint. Hereward Carrington und J. M. B i r d weisen in einem Aufsatz
.,über die Unsicherheit des Gedächtnisses" darauf hin, daß oft gerade ganz
unbedeutende Ereignisse sich dem Gedächtnis am anschaulichsten einprägen und
es vielleicht damit zusammenhängt, daß die Identitätsbeweise Verstorbener so
trivial sind und gar nicht die einschneidenden Dinge betreffen, die man auf
unserer Seite erwarten würde. — Harry Price berichtet in seinen „Internationalen
Notizen" u. a. über eine Rundfrage des „Daily Telegraph" über „die
Wirklichkeit der Hölle"; über die Umwandlung eines Todesurteils in 3 Wochen
Zwangsarbeit bei einigen ungarischen Bauern, die eine alte Frau getötet hatten,
weil sie eine „Hexe" sei. Ein Herr T. B. Franklin berichtete ihm, daß er beim
Autofahren plötzlich die Gestalt seiner (lebenden) Mutter mit ausgebreiteten
Armen vor sich sah — er war nur einen halben Meter von einem Abgrund entfernt
! Die Mutter träumte gleichzeitig, ihn aus großer Gefahr errettet zu haben.
Das Oktoberheft enthält einen Autsatz von H. Carrington „Le-
vitationen betreffend" (sowohl von Gegenständen als des medialen Körpers), in
dem er sich mit den Theorien Leroys (vgl. Z. f. P. 1930, S. 458) auseinandersetzt
. — Sudre schreibt über „die leitende Intelligenz in Biologie und Para-
psychologie" und sucht die Theorien von R. H. France in seinem Buch „Bios,
das* Gesetz der Welt" auf die Parapsychologie auszudehnen. — Dr. Grandon
meint in einem Brief, die Fesselung Margerys mit Leukoplast und darüber gezeichne
len Strichen sei ebenso wirksam wie die elektrische Medienkontroüe. —
Unter dem Titel „die praktische Seite des Okkultismus" bespricht E. Dingwali
Hellwigs Buch „Okkultismus und Verbrechen". — In seinen „Internationalen
Notizen" berichtet Harry Price u. a. über eine Schreibmaschine und ein
Telephon, die für den Gebrauch der Geister in Sitzungen konstruiert wurden;
ferner über ein Phantom, das der Herausgeber des „Cathoiic Herald", wie er dort
(3. August 1929) berichtet, selbst gesehen hat.
Das Novemberheft bringt einen Gedächtnisvortrag von Sir Oliver
Lodge über Frederik Myers als „Pionier der Parapsychologie". — In seinen
„Internationalen Notizen" berichtet Harry Price u. a. wie Prot. Ca Iii-
gans, Rom, einem Herrn Canelfa, der durch den Krieg das Erinnerungsvermögen
eingebüßt hatte, dieses durch Reizung der Nerven des Zeigefingers oder
der zweiten Zehe wieder erweckte und auch ein Medium zuzog, das über die
Vergangenheit Canellas hellseherische Angaben machte. Ein gut gelungener
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