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Heymans. Dr. Diet/: Vondel als Hellseher — Traum und Verstand — Parapsychologie
, Okkultismus, Spiritismus Noch einmal: Die Empfindung des
„Schon-einmal-Erlebten" — Ueber die Wahrheit und den Wert okkulter Erscheinungen
, de Fremery: Das fluidale Band. Prof. Dr. Hartog: Von Hartmanns
Anschluß an das Absolute. Holte tot Echten: An H. van Rossem! Dr. de Jong:
Die Neuplatoniker und der Okkultismus. Ing. Ortt: Hellsehen oder Psychometrie.
Harry Price: Ueber den heutigen Stand der parapsychologischen Forschung in
Großbritannien. Dr. Prins: Reincarnation. van Rossem: Psychometr. Versuche -
Spiritistische Oeistigkeit. Sparenburg: Die Elektronentheone des Parapsycho-
logen. Swarth: Telepathie, Halluzinationen und Träume — Wie ich dichte.
Dr. Tenhaeff: Frau Lotte Plaat-Mahlstedf und ihre kryptaesthetische Oabe —
Verdichtungserscheinungen und ihre Erklärung — Dr. van Eeden als Para-
psychologe - Ueber Telepathie des zentralen Bewußtseins, der Randzone und
des Vorbewußten. Dr. Tischner: Die Ausscheidung des Wahrnehmungsvermögens.

Auszüge:

Dr. D i e t z arbeitet zunächst den Begriff der Kryptaesthesie heraus, der mit
ähnlichen Begriffen nicht vermengt werden darf. Er versteht darunter Wahrnehmungen
die nicht auf den gewohnten Sinnesbahnen Zustandekommen. Es
wurden von ihm gegen 6000 Proben angestellt, wobei die Versuchspersonen
trachteten, Spielkarten \or dem Ziehen kryptaesthetisch zu erraten. Die Ergebnisse
wurden dann mit Ziffern der Wahrscheinlichkeitsrechnung verglichen. Die
so gewonnene Ueberzahl der Treffer bei den kryptaesthetischen Versuchen deutet
Dr. Dietz mit aller Vorsicht dahin, daß ein solch verborgenes Wahrnehmungsvermögen
zu den allgemein menschlichen Anlagen zu gehören scheine. Jedenfalls
eine bedeutsame Feststellung! '

Dr. Tenhaeff berichtet von unbefriedigenden Versuchen mit den Photomedien
Häven (Rotterdam) und Mrs. Dtane (London). Der Direktor des National
Laboratory Harry Price hatte ihn mit seinen Zweifeln bereits vertraut gemacht.
Die damaligen negativen Erfahrungen bestimmten Dr. Tenhaeff, die bestehenden
Versuchsanleitungen bei Photomedien noch weiterhin auszubauen.

Noch ausfuhrlicher beschäftigt sich van Rossem mit den Photomedien,
und zwar auf Grund langjähriger Erfahrungen. Die Betrugsmöglichkeiten, die
sich auf dem Gebiete der Geisterphotographie häufen, haben ihn schließlich bestimmt
, sich von diesem Gebiete ganz zurückzuziehen. Er bringt in seinem Bei
trage eine Geschichte der Entlarvung bekannter Photomedien und eine Aufzählung
der vielen, mitunter höchst genialen Tricks. Dennoch hält er an seiner
positiven Einstellung fest und befindet sich hierbei in Uebereinstimmung mit dem
von ihm mehrfach erwähnten Harry Price. Auch hält er in einzelnen Fallen die
spiritistische Deutung für angebracht.

Dr. Tenhaeff behandelt in einem ausfuhrlichen Beitrage die Kryotomnesie,
diese von Richet geschaffene, so fruchtbare Atbeitshypothese, die Aussicht hat,
dem gesicherten Wissenschatz der Parapsychologie einverleibt zu werden. Tenhaeff
geht hierbei \on jenen Störungen im Wiedererkennen aus, denen es zuzuschreiben
ist, daß wir in uns Eingegangenes und im Gedächtnis Aufgespeichertes
bei seinem Wiederauftauchen im Bewußtsein als etwas Fremdes, uns nicht
Angehöriges empfinden, eine psychologische Tatsache, die bei den Erklärungsversuchen
der volkstümlichen und ungeschulten Okkultisten eine verderbliche
Rolle spielt, weil sie dadurch verleitet werden, auf medialen Wegen geoffenbartes
Wissen auf äußere Einflüsse zurückzuführen, mit einem Worte, auf Außeneinwirkung
, wo doch nur \on einer Innenauswirkung die Rede sein könnte. Die von
Tenhaeff beigebrachten zahlreichen Zeugnisfälle der Kryptomnesie sind außerordentlich
beweiskräftig und verdienen in der Beweisführung der Parapsychologie
als klassische Fälle in Vormerkung genommen zu werden. So berichtet er von
dem rumänischen Handelsminister Nicolcscu, daß dieser im Jahre 1916 in
Hypnose einen Roman des französischen Schriftstellers de Waleffe, der ein Jahrzehnt
zuvor erschienen war, Wort für Wort aus dem Kopfe diktiert habe. Sein
Neffe Stefanescu hielt das Gehörte für eine Eigenleistung seiner Versuchsperson
und veröffentlichte den Roman, was zu einem Prozeß wegen Diebstahls
geistigen Eigentums führte. Ein anderer bemerkenswertet Fall wird durch
van Rossem berichtet. Es meldet sich durch automatische Schrift ein Rudolf
Otte aus Wien und macht alle Angaben über seinen Sterbetag und seine hinter-
lasstnen Verwandten. Die Nachfrage in Wien ergibt die völlige Richtigkeit der


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