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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zs_para1931/0457
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Februar 1930, S. 139). Die Versuche in Millesimo scheinen übrigens abgeschlossen
, da Bozzano im Jairgang 1930 nur indirekt davon spricht; indem er eine
lange Abhandlung über „Apporte" schreibt, in der Meinung, daß die Millesimo-
phänomene nur deshalb auf so entschiedene Ablehnung stießen, weil die Häufigkeit
echter Apporte auch vielen Parapsychologen nicht bekannt sei. Die lesenswerte
Arbeit beginnt im Juliheft 1930 und erstreckt sich Heft für Heft bis ins
Aprilheft 1931; es handelt sich um eine ausführliche Monographie über Apport-
phänomene, die verdienstlich bleibt, auch wenn man vielfach die zitierten Fälle
weniger günstig beurteilen wird als Bozzano. Er beginnt mit Berichten über
Durchdringung der Materie; ein Erlebnis von Crookes mit Home, sowie die Berichte
Zöllners eröffnen diese Gruppe; die Angaben Zöllners bleiben sehr merkwürdig
; weitere Berichte von Dupouy, Stainton Moses, Haraldur Niellson
und einem Oberst Begbie sind weniger befriedigend, da die Versuche größtenteils
im Dunkeln erfolgt zu sein scheinen.

Der erste Hauptteil über eigentliche Apporte betrifft: „Apporte und Asporte
(Asport = Verschwinden von Gegenständen durch Wände hindurch), die auf Verlangen
erfolgen oder die in ihrem Auftreten Besonderheiten zeigen, die jede Möglichkeit
eines Betrugs ausschließen" (Augustheft 1930 bis Dezember 1930). Der
zweite Hauptteii der Arbeit betrifft dann Apporte und Asporte, die in vollem
Licht erzielt werden (Dezemberheft 1930, S.552 bis Februarheft 1931). Im
Augustheft 1930 beginnt Boz/ano mit Fällen aus den Mitteilungen Frau Speers
über Stainton Moses, sowie mit größtenteils italienischen Berichten über das berühmte
Apportmedium Mrs. Guppy. Die Phänomene Frau Guppys entsprechen
etwa denjenigen, die Frau Rothe vorführte. Auffällig ist der von A. R. Wallace
berichtete, auf Verlangen erfolgte Apport einer 6 Fuß hohen Sonnenblume, von
der man wegen ihrer Größe annehmen sollte, daß sie nicht vorher versteckt
werden konnte. In den zitierten italienischen Berichten ist zuweilen die Kontrolle
trotz der Dunkelheit, die während der Apporte notwendig war, nicht unbefriedigend
, indem Herrn und Frau Guppys Hände gebunden und gehalten wurden.
Allerdings erhebt sich die Frage, inwieweit solche Berichte als eine genaue Darstellung
der Vorgänge angesehen werden können; es ist ja nur zu bekannt, wie
der Taschenspieler Davey oft betrügerische Phänomene vorführte, die gleichfalls
nach den Berichten der Zeugen ganz unerklärlich waren, wogegen sie sich als
harmlose Tricks erwiesen, sowie man auch das erfuhr, was die Zeugen in ihren
Mitteilungen zu sagen vergaßen, weil es ihnen unwichtig schien, oder weil sie
es einfach übersehen hatten (vgi. Dr. Hodgsons Berichte darüber in den Procee-
dings der S. P. R. Bd. 4 und 8). Hier kommt alles auf die Beobachtungs/uver-
lässigkeit der betreffenden Zeugen an. Im Septemberheft 1930 bringt Bozzano
einige Berichte über Apportleistungen indischer Yogis. Leider stammt der erste
von Annie Besaut, die sich einst durch Briefapporte eines Herrn Judge nach ihrem
eigenen späteren Geständnis hat plump täuschen lassen (Proceedings S. P. R.
Bd. 11, S. 161).

Es ist unmöglich, all die 30 von Boz/ano zitierten Fälle hier zu erwähnen;
er meint (Märzheft 1931, S. 111/12), daß die von ihm gebrachten Zeugnisse
durch die Entlarvung Anna Rothes, auf die Professor Richet anspielt, der bis jetzt
am Vorkommen echter Apporte zweifelt, nicht berührt werden, da die von ihm
zitierten Apporte zum Teil in vollem Licht erfolgten, doch gilt dasselbe für die
Apporte Frau Rothes; auch erfolgten die Apporte Boz/anos zum Teil auf Verlangen
, aber Aehnliches geschah zuweilen bei Frau Rothe (vgl. den Bericht über
ihren Prozeß in den Psychischen Studien (Mai 1903, S.292, 297, 320); ferner
sollen die von Bozzano berichteten Apporte gelegentlich so groß gewesen sein,
daß sie vom Medium nicht hätten verborgen werden können, ebenso soll jedoch
Frau Rothe nach genauester Untersuchung und Wechseln der Kleider so viele
Blumen aus der Luft geholt haben, daß man damit einen ganzen Handkorb hätte
füllen können (ebenda S.292); weiter kommen bei Boz/ano Eis- oder Schneeapporte
vor, die sich ihrer besonderen Natur nach schwer stundenlang auf dem
Medium härten verbergen lassen, aber auch Frau Rothe brachte einmal ein Eisstück
, durch das eine Anemone hindurchgewachsen war (ebenda S. 317); schließlich
hält es Bozzano für besonders beweisend, daß die Zeugen seiner Apporte
vielfach die Wiederzusammensetzung des apportierten Gegenstandes in gutem
Licht beobachten konnten, aber wiederum wird genau das gleiche von Frau
Rothe bezeugt (Psych. Studien, Mai 1903, S.290, 296, 303, 307, 315, 320). D. h.


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