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154 Zeitschrift für Parapsychologie. 4. Heft. (April 1933.)
vielleicht eine substantielle Form von Energie ausströmt (exteriorisiorl) —
das, was er „Kraft* nennt — die zu fein ist, um photographiert worden zu
können, deren Gegenwart in den verwendeten infraroten Sirahlen jedoch einen
genügend großen Teil von ihnen absorbiert, um die Ypparate in Gang zu setzen,
die das automatische Aufflammen des Magnesiums herbeiführen.
Wir beschlossen, die Sitzung des folgenden Tages der Bestätigung oder
Widerlegung dieser Vermutung zu wid neu.
Sitzung vom 11. ]N o \ e m b e r hj3o. (i5. Sitzung.)
Zweck der Sitzung: Feststellung einer etwaigen Wiederholung des
Phänomens und gegebenenfalls Entscheidung darüber, ob die \ 'rsache der
Absorption der infraroten Strahlen wirklich in der Gegenwart einer unsichtbaren
Substanz liegt, die bei Weiß- und Magnesiumlicht nicht pholographier-
bar ist.
Aufstellung der verwendeten Apparate: In der VufStellung
des infraroten Kontrollapparates wurde nichts geändert, außer daß die vom
Relais ausgehenden Drähte an ihren vom städtischen Leitungsnetz gespeisten
Stromkreis nicht mehr den Zünder des Magnesiumblitzes angeschlossen haben,
sondern an seiner Stelle eine Alarmglocke von der Art der Ti lephonklingeln.
(Vgl. Abb. 2.) Dadurch lösl jede Verdunkelung der infraroten Strahlen von
ungefähr 3o^o nicht mehr die photographisehe Aufnahme aus, sondern das
Erklingen des Läutewerkes während der ganzen Dauer der Verdunkelung
.
Da die photographischen Vuf nahmen unerläßlich sind, wird der Magnesium -
7ündcr in einen selbständigen, durch einen Handkoniakt bedienten, Stromkreis
eingeschaltet, so daß die Photographien nicht mehr automatisch, sondern auf
Wunsch des Experimentators ausgelöst werden.
Auf den Fisch wurde flach ein zusammengefalt« tes Taschentuch mit deutlich
sich abhebenden Konturen gelegt, wohl umschlossen von den infraroten
Strahlen. I m die \ >rhergehenden Versuchsbedmgungen beizubehalten, wurde
die Sitzung im Dunkein abgehalten, wobei die Versuchsperson vvie immer von
zwei Personen kontrolliert und von den Lcuchtstreifen ihres Pyjamas umrissen
wurde.
Die Sitzung.
15.'|5 l hr. Rudi Schneider, der vou den getroffenen Vorkehrungen noch
nichts weiß, betritt mit den Teilnehmern das Sitzungszimmer, setzt sich auf
seinen Platz und verhält sich ruhig, um in Trance zu fallen.
r5 ,>o TJhr. Kurze Zuckungen seines Körpers und Einsetzen der beschleunigten
\tmung.
r5.,Vs (Ihr. Olga-Rudi sagt: ,,Die Kraft geht zum Tisch." Kaum hatte die
Dolmetscherin, Frau Dr. Iiiport, diesen Satz wiederholt, als das Läutewerk
andauernd zu klingeln begann, ( in sich zu vergewissern, ob dies in Zusammenhang
mit der Versuchsperson stehe, verlangte Dr. Osty von dieser, daß „die
Kraft* s'ch sofort /urückziehen sollte. Sogleich hörte das Klingeln auf. Zwei
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